Auf der Stelle treten

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Hier im Blog tut sich derzeit nichts mehr in Sachen NetLeben. Das Leben anderswo hat die Oberhand gewonnen. Das liegt schlicht daran, dass ich an einem Punkt bin, an welchem ich nur noch auf der Stelle trete. Nein, ich renne nicht im Kreis, denn das wäre ja schon eine Fortbewegung. Seit Monaten komme ich nicht vom Fleck. Ich denke, grübel, überlege. Wohin mit mir? Was kann ich aus meinen diversen Fähigkeiten machen? Ja, ich kann vieles, mein Hauptberuf ist aber nicht so ganz Mainstream, damit liegen auch die Jobs mit kinderfreundlichen Arbeitszeiten nicht gerade auf der Straße.

Meinen Social Media Fernkurs habe ich bereits vor einem Jahr abgeschlossen, konnte das aber immer noch nicht konkret nutzen. Das nervt mich, ich finde einfach nicht das Thema. Oder doch, ich finde es, aber es fehlt an der Zeit, konkret etwas daraus zu machen. Mir bleiben meist nur die Stunden ab 21/ 22 Uhr, etwas für mich zu tun, zu planen, am Stück zu denken. Aber ganz ehrlich? Da bin ich dann meist auch zu müde. An freien Tagen bin ich mit Einkaufen, Haushalt, Putzen etc. auch ausgelastet.

Ich würde so gerne etwas Konkretes in Angriff nehmen. Denn ich weiß ja, dass ich Vieles kann.

Aber nur wenig davon kann ich, wie in Deutschland notwendig, per Schein nachweisen. Auch dass ich Social Media managen kann, kann ich in meiner Freizeit auf privater Basis nicht umsetzen. Ich könnte mich in so viele Themen einarbeiten, auch für Firmen, aber das glaubt mir doch kein Mensch. Doch, es gibt Leute, die mir das glauben, die das von mir wissen, aber die sind in dem Zusammenhang irrelevant.

Und wenn ich etwas nicht direkt und richtig anwenden kann, wird es irgendwie langweilig, müßig, sinnlos. Ich würde gerne, aber mir fehlt die Arbeitsgrundlage. Kinder und Medien, das ist meine Welt, wenn ich von meinen Lebensumständen ausgehe. Ich habe einige halbgare Ideen in mir rumschwirren, wie ich das umsetzten könnte. Ansätze davon gibt es hier im NetLeben ja auch immer wieder. Aber darüber geht es kaum hinaus. Nur, wenn ich mal ein wenig Zeit am Stück habe, eine Sache auch wirklich zu verfolgen.

Ich habe mich jetzt entschieden, dieses Jahr nicht mehr weiter verzweifelte Versuche zu unternehmen, einen Weg zu finden, das wird mir nicht gelingen. Ich überlege, mir Anfang nächsten Jahres eine kurze berufliche Auszeit zu gönnen, damit ich mir mal mehr als eine halbe Stunde am Tag Gedanken machen kann, Pläne erarbeiten kann, wie meine berufliche Zukunft aussehen könnte. Um endlich aus diesen zermürbenden Umständen, die mir keine Zeit für ein eigenes Leben lassen, raus zu kommen.

Dieses Jahr kümmere ich mich erstmal um das Adventsbuch für meine Tochter, eine Fortsetzung der von ihr so geliebten Bücher um Milla und ihre Fee Stellaluce, die ich in den letzten Jahren für sie geschrieben habe. Ich hoffe, ich schaffe es noch. Ds Schwierigste daran ist, dass diese Geschichten illustriert werden müssen, das kann ich nicht wirklich gut, und das braucht Zeit. Aber das ist mir gerade am wichtigsten.

Auf den einen Monat weiteren NetLeben-Stillstand kommt es jetzt auch nicht mehr an. Da arbeite ich lieber an einem Strahlen im Gesicht meiner Tochter, wenn sie das erste Türchen ihres Adventskalenders öffnet.

2 Kommentare

  1. Liebe Anja,
    ich finde Deine Entscheidung weise und lebensnah: Erst Adventsbuch, dann Auszeit – zwei Zuwendungen zu den zwei Menschen, die Dir am nächsten sind: Deine Tochter und Du selbst (als ganzer Mensch, nicht nur als Mutter und Berufstätige)…
    Ich bin mir ganz sicher: Erst im Runtertouren (aber wirklich) wirst Du vorwärts kommen. Ich erlebe das zurzeit selbst in verschiedener Hinsicht und versuche nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ zu leben. Die Dimensionen, die sich Dir durch den Social Media Lehrgang eröffnet haben, verschwinden nicht, nur weil Du mal für ein paar Wochen oder Monate „loslässt“.
    Ich drücke Dir die Daumen!
    Dörte

    • Liebe Dörte,

      Danke. Die Auszeit wird, wenn es überhaupt möglich ist (bisher ist es noch im unabgeklärten Ideen-Stadium) sicher nur kurz und nicht Monate dauern. Ich habe ja nicht im Lotto gewonnen 😉 Dann hätte ich gleich ganz andere Szenarien vor Augen.
      Nein, ich brauche einfach mal ein paar Vormittage am Stück, in denen ich nicht nur das alltäglich Notwendige abarbeite, sondern auch mal am Stück Gedanken und Ideen ordnen kann. Und eigentlich brauche ich auch jemanden, der genug Ideen hat, aus meinen vielen kleine Einzelteilen ein Ganzes zu basteln. Da merke ich, wie sehr mein Pferd fehlt, in deren Gesellschaft wurde automatisch immer vieles klarer.
      Ja und mehr als Vormittage bleiben dann auch nicht, denn ich hätte ja nur arbeitsfrei und nicht kindfrei. Aber auch für uns beide wäre das enorm wichtig. Ich hoffe, es läßt sich wirklich realisieren.