Aus dem (Twitter-) Leben der Fernstudierenden

Ich sitze hier und sollte/ wollte/ müßte eigentlich dringend an meine vierte Einsendeaufgabe gehen. Heute ist der erste Tag seit Wochen, an dem ich mal wieder Zeit habe, etwas zu tun. Seit gut fünf Wochen hänge ich hinterher. Erst Urlaub zu Hause bei meinem Vater, gut, da habe ich wenigstens etwas getan. Aber dann kam ein voller Dienstplan. Teilweise mit sehr schönen Inhalten, vor allem aber zeitintensiv.
Wäsche waschen? Öhm, ja, manchmal hatte ich ja auch einen Tag frei. Kind versorgen? Ja, zum zur-Schule-schicken und ins-Bett-bringen war ich fast immer da. Einkaufen? Auch, irgendwie, irgendwas. Haushalt? Es gibt ja Nächte. Schlafen? Wenn es sich gar nicht vermeiden läßt. Lernen? – Lernen??? Ja gerne. Häppchenweise. In Mikrodosen. Eher Worte als Seiten durcharbeiten. Also eher sinnlos.

Was ich geschafft habe war, mich um Facebook- und Google+ Accounts zu kümmern. Also sie anzulegen, mich damit auseinanderzusetzen. Häppchenweise. Aber bitte nicht mit Inhalt punkten. Dafür blieb schon wieder keine Zeit mehr. Auch bei Twitter gibt es nur noch belangloses von mir. Überwiegend. Das gefällt mir nicht, das war nicht der Sinn und Zweck des Ganzen. Nichts geht mehr am Stück, konzentriert, durchdacht. Das mag ich nicht. Wobei Twitter mir zur Zeit als Hauptinformationsquelle dient. Die 140 Zeichen-Tweets sind ganz brauchbar zum immer-mal-kurz informieren, was so los ist. Gefiltert nach dem, was derzeit für mich wichtig ist. Beobachtet habe ich die letzten Wochen einiges. Verfolgt weniger, durchgelesen noch weniger.

Jetzt sitze ich hier, nachdem ich den Schreibtisch wieder in einen solchen verwandelt habe (Staublunge jetzt inklusive) und muß anfangen. Ich will ja schließlich weiterkommen. Ich muß weiterkommen. Ich mach den Social Media Manager Kurs ja nicht, weil ich sonst nichts mit mir, meiner Zeit und meinem Geld anzufangen wüßte. Gibt ja schon Gründe. Gute Gründe. Vor allem einen wundervollen siebenjährigen Grund. Also los.

Ich habe mir gleich am Anfang des Kurses ganz automatisch eine Strategie zurechtgelegt. Die mir aber erst jetzt wirklich bewußt wird. Ganz am Anfang die Einsendeaufgaben durchlesen, diese im Kopf abspeichern und dann während ich das jeweilige Heft durcharbeite, im Kopf schon mal die Einsendeaufgaben mitschreiben und ausarbeiten. Damit bin ich gut vorangekommen. Am Ende des Heftes mußte ich dann nur noch meine Kopf-Entwürfe zusammentippen, erweitern, drüber nachdenken, meistens umschreiben und abschicken. Insgesamt sind die ersten drei Hefte des Kurses für mich relativ gut gelaufen. Ich hatte Zeit, Motivation und es fiel mir leicht. Über die Ergebnisse (=Noten) konnte ich mich auch nicht beklagen.

Aber jetzt. Auch Heft 4 ist eigentlich kein Hexenwerk. Aber mir fehlt mein Vorgehen. Ich habe den Anschluß an mich selbst verloren. Da sind nur Fragmente im Kopf. Ich muß wieder ins Heft einsteigen, neu anfangen. Das blockiert mich komplett. Ich trau mich nicht, ich finde den Anfang nicht. Ich habe Ansprüche und fürchte, sie nicht erfüllen zu können.

Soweit der Offline-Teil meines Fernstudierenden-Lebens. Während ich merkte, dass ich den Einstieg nicht finde, jammerte ich auf Twitter ein wenig rum. Noch bevor ich überhaupt den iMac angeschaltet hatte. Schon dieser Schritt gelang mir nicht (den habe ich hiermit ja geschafft).
Aus diesem Jammer-Tweet entstand ein Gespräch zwischen mir, @bb_wortgewandt (die den Kurs bereits abgeschlossen hat) und schließlich noch @stiegistieg.

Hier in Ausschnitten. Am Ende steht jetzt dieser Blogbeitrag. Entstanden aus meinem blöden Kommentar, dann wird da noch ein Buch draus. Kein Buch, aber vielleicht mach ich das hier ja noch öfter, wenn mir das eigentliche, nämlich die Einsendaufgaben nicht aus den Fingern wollen.

Natürlich hätten wir unsere Tweets auch an @diegoerelebt, @mons7, @andreasmertens, @joergeisfeld und ein paar mehr Fernlehrer senden können, aber die verfolgen ja ohnehin, was wir so machen und so hatten wir mehr Zeichen für unseren „Erfahrungsaustausch“. Ganz im #SoMM-Sinne – öffentlich bei Twitter. Eigentlich sind wir doch brav oder? Soviel Transparenz 🙂 Und wie Ihr seht: Die Vernetzung von „Euren“ Schülern kommt langsam auf allen Kanälen in die Gänge.

Und während ich das hier schreibe, bekomme ich ganz langsam im Hinterkopf auch wieder den Dreh zur Einsendeaufgabe, also zu dem, was heute eigentlich auf meinem Plan stand. Selbst ausgetrickst. Auch in Ordnung.
Ach ja, worüber schreib ich denn was ins Wiki?

Ein Kommentar

  1. Den Tweet von @diegoerelebt entdeckt und bin hier gelandet. Oh – wie mir @schreibmamsell aus der Seele schreibt. Gestern hochmotiviert, aber Alltagskram mußte zuerst gemacht werden. Ebenfalls vierte Heft. Stocken. Zwar keine Zwangspause … aber Berge von sonstiger Arbeit und heute Abend auch lieber in Twitter, Facebook und Co. gelesen. Müde. Morgen gebe ich mir Internetverbot. Vielleicht hilfts. Es kommt wieder, Social Media ist so lebendig.

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