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BlogSprint. Antworten auf Fragen zum Twitter-Thema

Der BlogSprint und damit mein dabei entstandener Beitrag sind jetzt ein paar Tage alt, Zeit dass ich mich an Teil 3 meiner Nachbetrachtungen dazu mache. Der auch nur Teil 3a wird, weil so schon laaang.

Ich habe während des BlogSprints überlegt, ob Twitter für Gemeinschaftsarbeit eingesetzt werden kann. Der dabei entstandene Überblick mit Fokus auf das, was wir Student(innen) des Social Media Manager Kurses des ILS tatsächlich praktizieren. Auf Grundlage der Erfahrungen in unserer #SoMMClique. Dabei habe ich vieles angerissen, was in der Kürze des BlogSprints nicht näher auszuführen war. In den Kommentaren hier im Blog wurde das auch deutlich. Ein Anreiz, das angefangene Thema weiter auszuführen.

Beginne ich mal mit den gestellten Fragen

Jörg Eisfeld-Reschke bemerkte:
Ich finde es schade, dass Du auf die Zurückhaltung der Männer in Sachen #SoMMClique nicht näher eingehst. Ist das denn eine kursabhängige Zurückhaltung oder nur auf dem Medium Twitter festzustellen? Sprechen sie darüber, warum sie wie (nicht) kommunizieren?

Kurz gesagt: ich weiß es nicht, das aber aus vielen Gründen und umfassend.

Ja, die #SoMMClique ist irgendwie eine Frauenclique, aber warum ist das so? Es hat sich einfach so ergeben. Wie im offline Leben auch. Wir folgen uns in Teilen schon länger, wir haben uns also gegenseitig im Blick. Die Männer hingegen waren in dieser Vernetzung gar nicht inbegriffen zu dem Zeitpunkt des spontanen Entstehens. Somit haben sie es vielleicht auch gar nicht mitbekommen. Wir waren gerade zur selben Zeit am selben Ort und eine sagte etwas, auf das alle anderen einstiegen. Vielleicht waren nur wir Frauen da, vielleicht war es aber auch einfach ein Gezwitscher, dass die Männer nicht interessiert hat. Vielleicht sind wir in unserer Gruppe auch einfach nur am meisten von allen bei Twitter anzutreffen?

Ich weiß es nicht. Und wir haben da auch nicht drüber gesprochen. Die #SoMMClique war einfach plötzlich da, wir haben sie nicht inszeniert, gegründet oder sonstwas. Ich habe es nur festgestellt, dass es sie plötzlich gab und ihr einen Namen gegeben. Wirklich wie im „echten“ Leben auch. Da hockt in der Pause auch nicht die ganze Klasse zusammen und klönt oder bespricht Unterrichtsinhalte. Es gibt immer Grüppchen in denen man sich gegenseitig unterstützt und sich austauscht und es gibt immer Menschen, die sich besser alleine durchkämpfen (komisch, dazu gehörte ich bisher auch).

Doch auch nachdem @diegoerelebt, ihres Zeichens ja auch Studienleiterin des Kurses, angefangen hat, eine Liste mit Studenten aufzustellen, nachdem sie versucht hat uns zu vernetzen, bleiben die Männer eher zurückhaltend. Ich weiß nicht mal, wie das Verhältnis der Geschlechter im Kurs überhaupt ist? Auch sind an den Chat-ähnlichen Gesprächen überwiegend Leute beteiligt, die schon länger beim Kurs dabei sind.

Was ich wiederum nicht weiß, wovon ich zumindest noch nichts bemerkt habe ist, ob die Männer nicht unter sich ähnliches Verhalten an den Tag legen. Eigentlich heißt es doch immer, dass die Frauen sich nicht kurz fassen können. Wir können in 140 Zeichen aber eine ganze Menge mitteilen.
Die Clique ist keine geschlossene Gruppe, da dürfen sich alle einmischen, können es ja auch problemlos. Wenn ich mich recht erinnere, ist Twitter doch öffentlich, oder? 😉

Twitter ist wirklich unser virtueller Schulhof geworden, auf Facebook zum Beispiel sind wir zwar auch befreundet, teilen unsere Links, klicken gefällt mir, aber wir kommunizieren da weniger. Es gibt eine ILS Kurs Gruppe, da sind auch Männer Mitglieder. Aber auch da finden nur bemerkenswerte Mitteilungen Einzug, das Alltägliche bleibt Twitter vorbehalten. Und bis ich damit anfing, wer hat sich da drüber Gedanken gemacht, warum das so ist? Der möge es mal in den Kommentaren kundtun. Gerne auch die Männer 🙂

Dörte Giebel (@diegoerelebt) geht in eine ganz andere Richtung.
Außerdem gefällt mir auch die Idee von Twitter als Pausenhof oder Studi-Café. Meine Frage an Dich: Würde es der Vernetzung und der Gruppenbildung im Online-Studienzentrum nützen, wenn es ein internes Twiter-System gäbe? Würde sich eine solche Entwicklung lohnen (Du weißt, ich sitze an den Schaltstellen der Macht )??? Oder sollte man einfach akzeptieren, dass Social Media – gerade auch weil sie öffentlich sind und Vernetzungsmöglichkeiten auch über die Lehrgangsgrenzen hinaus bieten – heutzutage einem geschlossenen System wie einer passwortgeschützen Lernplattform immer etwas Voraus haben werden?

Ein Online-Studienzentrum-Twitter? Nein, ich denke das macht wenig Sinn und fällt kurz gesagt in den Bereich rausgeschmissenes Geld. Das wäre bestimmt besser in die Weiterentwicklung der App (auch für andere Systeme) oder die Verbesserung des OSZ selbst investiert. Denn das hat ja schon noch einige Macken, finde ich.

Warum es keinen Sinn macht? Aus mehreren Gründen. Der wichtigste ist sicher: Twitter ist offen. Da hält man sich sowieso auf. Ins Online-Studienzentrum muß man sich extra einloggen. Und dann gucken, ob zufällig jemand da ist. Zwei Seiten, zwei Systeme offen halten, wenn doch eines reicht. Sicher könnte man bei einem internen System direkt auf die Gruppen zugreifen und da auf Informationen hinweisen. Dann müßte aber auch das Drumherum an relevanten Links mit integriert werden. Und vor allem die Auswahl an Mitgliedern und damit die Informationsfülle ist nur außerhalb vorhanden.

Twitter scheint als Zentrale einfach gut geeignet. Ich erläutere das jetzt mal anhand meiner ganz persönlichen Situation (die vielleicht ein Sonderfall ist). Ich habe ein iPad mit Tweetbot, der mittlerweile mein Lieblingsclient geworden ist. Das kann ich immer mitnehmen. Tweetbot ist zügig, ich kann ihn immer offen haben, Erwähnungen und Direktnachrichten teilt er mir zuverlässig mit, wenn ich eine Internet-Verbindung habe. Läßt sich das für’s OSZ realisieren? Der (sinnvolle) automatische Timeout umgehen? Denn das ist der andere Punkt. Meine Arbeit bringt die Besonderheit mit sich, dass ich manchmal Leerlaufzeiten habe. Die sind manchmal nur 3 Minuten lang. Langt aber schon um durch die Timeline zu scrollen, interessantes, relevantes auszumachen. Langt auch, um mal schnell einen Retweet oder eine Antwort abzuschicken.

Genauso kann es aber auch sein, dass ich plötzlich mal über Stunden keinen Blick in irgendwas werfen kann. Auch mal mitten im halbgeschriebenen Tweet. Im Online-Studienzentrum bin ich dann ausgeloggt. Im Online-Studienzentrum schaffe ich es andersrum nicht mal, mich in der kurzen Zeit einzuloggen und dahin zu navigieren, wo ich hin möchte. Das nur dafür versuchen, um zu gucken, ob in der Zwischenzeit jemand sich ausgetauscht hat? Nein. Zumal ja die Masse derer, die sich bei Twitter wirklich zu diesen „Pausengesprächen“ trifft, eher gering ist. Wieviel Prozent der Kursteilnehmer sind das? Was ist, wenn die in diesem Zusammenhang jetzt so viel genannte #SoMMClique fertig ist?

Wir machen einen Social Media Kurs und das Thema spielt sich eben in den Social Networks ab. Ich bin sicher ein Sonderfall, dass Twitter für mich so zentral und am geeignetsten ist, um möglichst viel mitzubekommen. Vielleicht solltet Ihr jemanden beauftragen, die Aktivitäten der Kursteilnehmer zu beobachten und eine aktive Zusatznote einführen 😉 Aber für alle gilt: wir können nicht neben Arbeit, gegebenenfalls Familie und lernen in allen Netzwerken wirklich gleichwertig aktiv sein. Man muß eine Auswahl treffen. Da wählt kaum jemand ein monothematisches als täglichen Aufenthaltsort, oder?

Letztlich ist das aber doch der Nebeneffekt, der uns auch schon beim Schreiben während des BlogSprints auffiel: Wir lernen ganz automatisch mit den Kursinhalten umzugehen. Wir wenden es (mehr oder weniger gut/ inhaltsreich/ sinnvoll) an. Und tauschen uns dabei eben öffentlich auch über den Kurs aus. Ganz nebenbei bringt das dem Kurs doch auch eine gewisse „Werbung“…

Das Online-Studienzentrum ist – ja wie nenn ich es – ein Bestandteil des Kurses, dadurch aber nicht automatisch für einen Social Media Kurs als Zentrale geeignet. Das Leben spielt sich woanders ab, wir müssen uns mit den anderen Netzwerken beschäftigen, der Alltag findet da statt. Das OSZ besticht im Verhältnis nicht durch Attraktivität, eher durch seinen Zweck, da wirklich kursbezogenes für alle dauerhaft zugänglich zu machen.

Der Echtzeitfaktor von Twitter würde im Online-Studienzentrum nicht funktionieren, aus den o.g. Gründen. Unsere Gespräche finden am Rande von Twitter statt, dadurch funktioniert die Vernetzung. Die Vernetzung funktioniert aber auch nur wegen der Gespräche und weil es noch andere Aktivitäten direkt bei Twitter gibt. Man erfährt viel mehr übereinander, lernt sich besser kennen. Im geschlossenen System würde das so nicht funktionieren, denke ich.

Ich könnte mir zwar durchaus vorstellen, dass die OSZ Gruppen durch so eine weitere interne Kommunikationsmöglichkeit attraktiver würden, sich mit mehr Leben füllen könnten. Nur glaube ich eben nicht, dass eine Twitter-ähnliche Echtzeitkommunikation intern stattfinden würde. Und zeitversetzt ginge es auch in der Treffpunkt-Gruppe. Eine Twitter-Lösung würde auch nicht mehr Leute dahin locken, dazu ist es für den Kursinhalt einfach zu isoliert, die Menge der Teilnehmer zu gering.

1 Kommentar zu “BlogSprint. Antworten auf Fragen zum Twitter-Thema

  1. Danke Anja für deine umfassende Betrachtung des #Blogsprints über 3 Beiträge!
    Ich sehe es auch so, dass das OSZ eher ein Mittel zum Zweck ist. Man loggt sich dort ein, um Heft-Aufgaben zu bearbeiten oder seine Studienheft-Aufgaben einzuschicken. Kommunikation findet an sich nur über die – geplanten – Chats statt. Und ich pflichte dir absolut bei, dass man nicht noch künstlich zusätzliche Netzwerke schaffen sollte. Es gibt die Gruppe auf Facebook, fürs Geschnatter ist Twitter da und wenn’s persönlich wird, kann man in die DMs wechseln oder in den Hangout von G+. Genügend Möglichkeiten also.

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