Kategorie: Gedankenstücke

Schweigen

Feder am OstseestrandIch war hier lange still. Ich weiß nicht, ob ich es auch bleibe. Das hatte – wie sagt man so schön – private Gründe. Keine schönen. Ein paar Jahre voller Erfahrungen, die wunderbar begannen und dann zum puren Irrsinn wurden. Immer, wenn man dachte, es geht nicht mehr irrer, kam es irrer. Und es bleibt absolut unfassbar. Wahnsinn. Vielleicht mache ich mal einen Roman daraus, der paßt dann aber in kein Genre… 

Ich habe hier „aus Gründen“ alles nicht fachliche oder sachliche auf privat gestellt, einzelne Beiträge mache ich langsam wieder öffentlich. Meine ersten Schritte zurück zum NetLeben haben mittlerweile stattgefunden, aber nicht hier, sondern Themenbezogen nebenan im Familienblog. Vielleicht habe ich eines Tages den Mut, auch das NetLeben wiederzubeleben. Neues Design, neue Inhalte? Im Moment lasse ich erstmal diese Statusmeldung hier stehen. 

Gedanken zum WhatsApp-Theater

(Achtung. Dieses ist ein subjektiver, spontaner Beitrag. Er kann durchaus leichte Spuren von Ironie enthalten)

WhatsApp, die App, mit welcher man munter Kurznachrichten hin- und her schicken kann. Mit Gruppenfunktion. Der Hype bei Jugendlichen. Läuft Facebook den Rang ab. Kostenlos. Äh, nee, Moment. Kostenlos? Da gab es den ersten Aufschrei, damals. Als WhatsApp sagenhafte 89 Cent pro Jahr für die Nutzung des Dienstes haben wollte. Also quasi soviel, wie man vor WhatsApp noch für 2-3 sms gezahlt hatte.

Ja, genau. Die Nutzer regten sich über weniger als 1 € Kosten pro Jahr auf. Nicht etwa darüber, wie WhatsApp mit den eigenen Daten umging. Was die App alles so an Berechtigungen einfordert. Aber das ist in unserem Land ja normal. Das mit dem Nicht-Aufregen über das Ausspioniert werden. Man hat ja nichts zu verbergen. Kurze Aufregung also um die Kosten, Schulterzucken, Weiternutzen. Millionenfach. Ach ja und dann war da doch mal was, das WhatsApp gehackt wurde, oder? Wieder großes Theater. Kurzes Aufregen, kurze Panik, Schulterzucken, Weiternutzen.

Und ich? Mich interessierte das alles nicht. Ich habe WhatsApp einfach ignoriert. Freundlicherweise war es auf meinem Sony Xperia Active zwar vorinstalliert, wollte sich aber partout nicht überreden lassen, mich mitspielen zu lassen. Gut, war mir recht. Lieferte mir eine einfache Ausrede, WhatsApp nicht zu nutzen. Ich sah weder den Sinn für mich, noch hatte ich ernsthaft Interesse daran, noch jemandem meine Daten auszuhändigen. Gerade bei Apps, welche (sogar offiziell) Zugriff auf meine Kontakte wollen, bin ich zurückhaltend.

Weiterlesen

Gedanken zur Buchmesse: Faszination Buch

BuchstapelDie Frankfurter Buchmesse hat begonnen. Für mich ist klar: ich fahre hin. Aber warum? Letztes Jahr war ich das erste Mal auf der Buchmesse und ich war begeistert. Begeistert? Ich? Von einer Massenveranstaltung, bei der es (vor allem am Wochenende) kaum ein Durchkommen gibt? Wo ich womöglich noch nicht mal mehr meine Laufrichtung selbst bestimmen kann? Ich, die ich Menschenansammlungen meide, wo es nur geht. Ich, der so viele Menschen live und vor der Nase doch viel zu laut sind. Ich will ernsthaft zum Wiederholungstäter werden?

Ja, ich will. Gleich an zwei Tagen. Am Sonntag sogar mit meiner Tochter. Die Menschenmassen genauso wenig mag, wie ich. Die aber dennoch letztes Jahr erst nach Hause wollte, als dann doch die Müdigkeit der vielen Eindrücke zuschlug.

Was ist das, was auch so menschenscheue Menschen wie mich dazu bringt, zur Buchmesse zu gehen? Es müssen wohl die Bücher sein (abgesehen von einigen Veranstaltungen, die ich besuchen möchte). Die Bücher, die mich so reizen, dass ich die Menschenmassen um mich herum ausblenden kann. Die Bücher, die mich magisch anziehen. Kein Buchladen, an dem ich einfach so vorbeigehen kann. Auf der Buchmesse gibt es unendlich viele Bücher, viel mehr als man an einem Messetag wahrnehmen kann. An vielen Ständen werden sie auch noch sehr verlockend präsentiert. Stundenlang könnte ich von Stand zu Stand schlendern und mir interessante Bücher raussuchen. Vor allen bei den kleineren Verlagen und unbekannteren Autoren, deren Bücher eben nicht automatisch auffällig im Buchhandel gezeigt werden. Letztes Jahr haben wir da bei den Kinderbüchern schöne Beispiele entdeckt. Vielleicht treffe ich dabei auch noch auf interessante Menschen in dem Gewusel? Weiterlesen

Meine Heimat heißt Zuhause

MIchel, von der Alster aus gesehenIch bin gerade zurück vom Urlaub zu Hause im Norden Deutschlands. Obwohl ich da wenig Bedarf am Online-sein hatte, bekam ich über Twitter dennoch etwas von der Blogparade von Katja Wenk mit der Frage: „Was ist Eure Heimat?“ mit.

Für mich als Hamburgerin in Hessen ein Dauerthema. Schon der Begriff „Heimat“ illustriert sehr deutlich, was ich in Hessen (wo ich wohne) und Rheinland-Pfalz (wo ich arbeite) nicht bin: Daheim. Aber eine Heimat habe ich auch nicht. Wie im ersten Satz geschrieben: Für mich heißt das „da bin ich zu Hause“ oder „Das ist mein Zuhause“.

Der Slogan des Radiosenders für den ich arbeite, führt es mir täglich vor Augen: „Da sind wir daheim“ – Ich bin genau das nicht. Daheim. Heimat. Das waren für mich 30 Jahre meines Lebens vollkommen fremde Worte. Ja, ich hatte sie mal gehört, es gab ja früher auch schon regionsübergreifende Medienformen. Aber für „uns in Hamburg“ gab es diese Begriffe nicht. Kein Mensch in meinem Umfeld hat sie jemals gebraucht. Denn wir waren in Hamburg einfach „zu Hause“.

Weiterlesen

Twitterunterstützes Reisen mit Stillstand

Sony Xpreia Active AusschnittDie letzte Woche hatte es in sich. Ich war unterwegs im Leben anderswo, aber mit starker Bindung zum NetLeben. Zuerst zur re:publica in Berlin, danach dann mit Töchterchen nach Segeberg zu Opa. Letzteres machen wir immer 2-3 Mal im Jahr. Ersteres war neu für mich. In vielerlei Hinsicht. Was auch neu war auf beiden Reisen: Ich machte regen Gebrauch von meinem Smartphone (und meinem iPad). Während der re:publica ist das nicht weiter verwunderbar, drumherum jedoch schon.
Es begann morgens mit der Bahnfahrt. In verschiedenen „Gebrauchsanweisungen“ zur re:publica hatte ich gelesen, dass man unbedingt seinen Reisebeginn twittern müßte. Ich überlegte, ob ich das nun rein aus Prinzip auch machen würde. Und ertappte mich dann dabei, dass ich es schlicht deswegen tat, weil ich nichts mit mir anzufangen wußte, da auf dem Bahnsteig absolut nichts los war. Und weil der Bahnmitarbeiter, der mir einen Parkschein aushändigte, schon am frühen Morgen so guter Laune war.

(Hinweis zur Lesung der Screenshots: Sortiert von unten nach oben 🙂 )

Tweets bei Reiseantritt

Schließlich ging es los. Ich mit meinen diversen Eigenheiten, die alle gegen das Bahnfahren sprechen, saß nach dem Regionalexpress im ICE 374 von Frankfurt nach Berlin. Der erste Schock für mich Platzangstmensch: Der „Fensterplatz“ hatte nur wenige Zentimeter Fenster neben meiner Rückenlehne. Noch dazu war die Luft nicht als solche zu bezeichnen. Ich bekämpfte die aufkeimende Panik mit – genau – twittern.

Irgendwas auf dem iPad spielen, einfach ein Buch lesen – das half nicht. Ich fand überflüssig, was ich da twitterte, sagte mir, das interessiert doch keinen (außer @bb_wortgewandt, die in Göttingen neben mir Platz nehmen sollte). Dennoch twitterte ich, las aber vor allem intensiv, was andere so schrieben. Als es im ICE dann langsam kühler wurde, beruhigte ich mich auch ein wenig. Ich schaffte es, nicht an der nächsten Haltestelle panisch aus dem Zug zu springen. Heilfroh war ich, als ich die Twitter-Kommunikation durch eine mit einem direkten Gegenüber ersetzen konnte. Sonst hätte der Smartphone-Akku die Bahnfahrt nicht überstanden.

Weiterlesen

Und was kommt jetzt?

Wolken2012 ist vorbei. Es war für mich ein Jahr, in dem ich fast komplett auf mich verzichten mußte. Auf mich oder auf etwas, was man als eigenes Leben bezeichnen könnte. Dazu blieb keine Zeit. Dennoch war es kein schlechtes Jahr. Ein anstrengendes, ein überfülltes Jahr, die Tage stets zu kurz, vieles blieb liegen, ja. Aber insgesamt war 2012 rückblickend betrachtet eher harmlos. Denn es gab mal keine großen Katastrophen.
Für uns schon ein Highlight.
Trotzdem bin ich jetzt, Anfang 2013, reichlich erledigt. Warum? Nun, die Umstände hier sind nicht die einfachsten und die Probleme sind komplex und Ende letzten Jahres sind einige Dinge eskaliert. Dreh- und Angelpunkt ist meine Arbeit, die keinerlei Regelmäßigkeit bietet. Weder von den Tagen her (in meinem Job stehen da 7 in der Woche zur Verfügung), noch von der Uhrzeit. Dadurch bin ich an Arbeitstagen meist erst zu Hause, wenn Töchterchen schon ins Bett muß. Was das auf Dauer bedeutet, werden Eltern nachvollziehen können. Vor allem geschiedene, ohne jeglichen weiteren Familienanschluß in erreichbarer Nähe. Also ohne Offline-Netzwerk.

Deswegen begann ich 2012 meinen Fernkurs zum Social Media Manager. Davon war das Jahr dann geprägt. Jede freie (und auch nicht-freie) Minute investierte ich ins Lernen. Immer mal wieder mußte ich kurze Zwischenpausen einlegen, ständig tauchte auch hier im Blog die eine oder andere Meldung davon auf. Es war nicht immer möglich, alles unter einen Hut zu bekommen.

Ende des Jahres
überschlugen sich dann die Ereignisse. Früher als geplant beendete ich den #SoMM-Kurs. Am Ende hat man die Möglichkeit zwischen vier verschiedenen Wahlheften auszuwählen. Diese Wahl beinhaltet auch die Möglichkeit nur eines oder auch alle vier der Module (oder zwei, drei) zu bearbeiten. Ich wollte wenigstens zwei dieser vier Themen mit im Zeugnis stehen haben.
Weiterlesen

Fundstück: Tiere sind keine Geschenke

Katze Zeichnung

Ich habe eben wirklich zufällig etwas wiedergefunden, an das ich in den letzten Tagen oft gedacht habe. Meine Deutsch-Rede aus dem Jahre 1986 zum Thema Tiere als Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

Es war kurz vor Weihnachten und als mein Kurs dazu verdonnert wurde, Reden zu schreiben und vor der versammelten Mannschaft vorzutragen, gab es einfach kein anderes Thema, welches mir in den Sinn kam. Weil es immer noch so passend ist, im folgenden der original Wortlaut (damals selbstverständlich noch in Schönschrift mit der Hand geschrieben)

Liebe Eltern,
liebe Tierfreunde,
liebe Zuhörer!

Es geht wieder einmal auf Weihnachten zu, draußen wird es kalt, die Tage werden kürzer. Vielleicht gibt es dieses Jahr wieder weiße Weihnachten. Diese Jahreszeit hat doch immer wieder etwas Besonderes. Vor allen Dingen für die Kinder ist Weihnachten immer wieder spannend, jedes Jahr sind sie auf’s neue aufgeregt. Meist ist die Vorfreude groß. Angefangen mit dem Adventskalender, dann kommen die Adventssonntage, den Kindern wird ganz deutlich, wie der Heilige Abend Tag für Tag näher rückt. Schließlich steht der Tannenbaum festlich geschmückt im Zimmer. Und plötzlich ist es soweit! Alles wird feierlich, bei vielen wird gesungen, oder es werden Gedichte aufgesagt. Für sehr viele der Kinder liegt das Besondere an Weihnachten in den Geschenken, die sie unter dem Tannenbaum erwarten. Schon lange vorher haben sie den Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben. Natürlich hoffen sie alle, daß ihre Wünsche erfüllt werden. Und welche Eltern möchten, als Weihnachtsmann verkleidet, ihren Kindern diese Wünsche nicht erfüllen?

Nun kommt der entscheidende Punkt, meine große Bitte an sie alle, die diese Wunschzettel in den Händen halten und eine Auswahl über die Geschenke treffen. Sehr, sehr oft finden sich auf diesen Wunschzetteln auch Tiere. Lebende Tiere! Weiterlesen

Gedanken zu Tod und Trauer im Internet

Jörg Eisfeld-Reschke ist ziemlich hartnäckig dabei, für die ikosom Blogparade Tod und Trauer im Internet zu „werben“. Für mich eher ein No-Go Thema. Was ich ihm auch so kundtat. In den letzten Tagen formten sich dann aber doch ein paar Gedanken dazu in meinem Kopf. Weniger zu den Leitfragen, eher allgemein zum Umgang mit dem Tod im Internet. Ich treibe mich zum Beispiel noch nicht so lange auf facebook rum, ich wurde dort noch nicht mit einem Todesfall konfrontiert. Noch dazu hat die ARD nächste Woche die Themenwoche Leben mit dem Tod, ich bin zur Zeit also an mehreren Stellen mit dem Thema konfrontiert. 2010 war für mich ein Jahr mit vielen Todesfällen in der Familie, dem engeren und weiteren Bekanntenkreis, das wirkt immer noch nach.

Mit zweien dieser Todesfälle habe ich mich auch online auseinander gesetzt. Aus ganz verschiedenen Gründen. Weiterlesen

Gehören Kinderfotos ins Internet?

am StrandKürzlich auf Facebook: Ein großes Unternehmen welches Produkte für Kinder anbietet, veranstaltet ein Gewinnspiel. Dafür soll man Fotos seiner Kinder posten. Dieses Unternehmen setzt sich auch für die Bedürfnisse von Familien und Kindern ein. Ich sehe da einen Widerspruch zwischen Gewinnspiel und Firmen-Philosophie und verweise in einem Kommentar auf einen Artikel von Schule und Social Media zum Thema Kinderfotos. Das Unternehmen reagiert gar nicht, aber in einem Kommentar werde ich quasi dafür ausgelacht. Kinder und Recht am eigenen Bild? Das Recht am Bild hat nur der Fotograf und damit die Eltern.

Natürlich hatte ich mit solch einer Antwort von irgendjemandem gerechnet. Natürlich posten die Eltern munter die lustigen Fotos ihrer Kinder, um zu gewinnen. Das war nicht anders zu erwarten.

Das Recht am eigenen Bild ist dabei aus meiner Sicht aber nur ein zweitrangiges, die Probleme liegen noch ganz woanders. Mal ganz ehrlich: Wer von uns kennt das nicht, dass unsere Eltern Fotos von uns als Kindern herumzeigen, die sie süß, witzig oder sonstwas finden und wir die nur ganz schrecklich peinlich finden? Zu denen wir dann sagen: „Mensch Mama (oder Papa), das ist voll peinlich, ich will nicht, dass du das jemandem zeigst.“ Dann klappt man das Fotoalbum zu und versteckt das Bild.

Weiterlesen

Welchen Sinn macht Klout?

Kloutscore Die Frage, welchen Sinn Klout macht und welche Relevanz hinter dem Score steht, stelle ich mir, seit ich da reingestolpert bin.

Erster Gedanke nach dem Lesen der Daten“schutz“richtlinien war: Wie komme ich da wieder raus? Und dann begann ich ein wenig nach Klout zu suchen. Ich erfuhr zum Beispiel, dass inzwischen manche Hotels der Welt den Klout-Score prüfen um evtl. ein kostenloses Zimmer-Upgrade zur Verfügung zu stellen. Und immer mehr Unternehmen sollen den Klout-Score bei der Stellenvergabe berücksichtigen. Ist das auch in Deutschland so? Wenn, dann sollte ich vielleicht besser an meinem Klout-Score arbeiten, statt zu investieren, Klout wieder loszuwerden?
(Ach ja und was sagt mein Klout Score über meine Kreditwürdigkeit?)

Nun gucke ich mir den Klout Score mal genauer an. Aktuell überarbeitet Klout seinen Algorithmus, bei Netzwertig gibt es Details dazu.

Weiterlesen