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Fokus Kindersuchmaschinen: FragFINN

FragFinn StartseiteAls zweite Suchmaschine für Kinder im NetLeben Fokus sehe ich mir FragFINN an. FragFinn wurde 2007 ins Leben gerufen, ist mittlerweile eingetragener Verein und Mitglied der Initiative Ein Netz für Kinder.

Die Suche

kann Kind gar nicht übersehen. Sie prangt groß und breit direkt unter dem Titelbild und ist gut lesbar beschriftet mit „Ich suche:“. Das Suchfeld selbst ist auch groß und wer nicht auf die Return-Taste drückt, sondern lieber die Maus nutzt, kann das „Los!“ zum Starten der Suchabfrage ebenfalls nicht übersehen.

Begeben wir uns also auf die Suche mit unseren Suchbegriffen.

Und siehe da: Warum fällt das Brot immer auf die Butterseite liefert Ergebnisse. FragFINN gibt dem Suchkind keinen Hinweis auf die Zahl der gefundenen Ergebnisse. Unten drunten sehen wir aber, dass es 5 Seiten zum weiterblättern gibt.

swissmilkUnd gleich das erste Ergebnis liefert uns eine Antwort auf die Frage. Auch, wenn man dafür ein Stück auf der gefundenen Swissmilk-Seite runterscrollen und den kleinen Einschub von „Wahr oder unwahr“ erstmal zur Kenntnis nehmen muß. Aber immerhin, der komplette Suchsatz führt prompt und zielsicher zur Lösung. Insgesamt sind erstaunlich viele Duden-Ergebnisse dabei und von den 5 angekündigten Ergebnisseiten verschwinden 3, sobald man auf Seite 2 blättert.

Ersetzten wir gemäß den Erfahrungen mit Blinde Kuh „Butterseite“ durch „geschmierte Seite“ bekommen wir auch einige Ergebnisse, aber diesmal gibt es ein passendes Ergebnis „erst“ unten auf der ersten Seite. Diesmal als Erklärung zu Murphys Gesetz. Interessant auch, dass sich bei den Ergebnissen als zweites ein Link zu einer Witze-Seite von Blinde Kuh findet (wobei zwar die einzelnen Worte irgendwo im Text gefunden werden, aber nichts mit unserer Frage zu tun haben). Suchen wir noch nach der „Marmeladenseite“, anstelle der „Butterseite“. Da gibt es als erstes ein wirklich interessantes Physik-Ergebnis. Egal, wie wir die Seite also nennen, auf die das Brot fällt, ein Ergebnis bekommen wir immer.

Und was passiert, wenn wir weniger genau suchen?

Brot fällt bringt uns 5 Seiten mit Ergebnissen, darunter auch alle drei guten Ergebnisse, die wir mit der kompletten Suche vorher gefunden hatten. Mit Brot Butter erhalten wir zwar viele Ergebnisse, aber in der Vorschau scheint kein auf unsere Frage passendes dabei zu sein. Das liefert gleich einen Erfahrungswert: Bei FragFinn kommen wir mit einer präzisen Suchangabe deutlich besser ans Ziel. Außerdem sind Brot und Butter sehr allgemeine Begriffe, „Brot fällt“ enthält dagegen ein „Tu-Wort“, das gibt mehr Inhalte. Ach ja und Butter ist ja auch nur ein Teil des Wortes Butterseite. Was Kind bei den Ergebnissen so alles auffällt…

Die Einzelwörter prüfen wir auch noch mal. Also eher ich, denn Tochter hat ja ihre Frage beantwortet und sieht natürlich keinen Sinn in einer weiteren Suche.

Brot bringt erwartungsgemäß viele Ergebnisse. Hier merke ich auch, dass die Anzahl der Treffer auf 5 Seiten, also 50 Ergebnisse beschränkt ist. Viele vorgeschlagene Seiten sind vom selben Ursprung, ganz viele Ergebnisse gibt es zum Beispiel von Brot für die Welt. Bei so allgemeinen Begriffen empfiehlt es sich bei der Suche mit FragFINN also, mit Hilfe eines zweiten Suchbegriffes zu suchen, um die Ergebnisse einzugrenzen und damit auch passendere zu erhalten. FragFinn BrotMit Butter als Suchbegriff gibt es auch wieder eine Fülle an Ergebnissen, auch hier wie bei Brot sehr viele von einer Zielseite. Da die Menge der Suchergebnisse begrenzt ist, wäre es wünschenswert, wenn die Auswahl der Seiten weitergefächert wäre. Also wieder: ein zweites Suchwort überlegen.

Was passiert bei FragFinn, wenn das suchende Kind (noch) nicht sicher in der Rechtschreibung ist?

Broht liefert tatsächlich ein Ergebnis zu dem Wort selbst. Brod führt zum Duden (allerdings nicht zu Brot) und zu Brot für die Welt. Grob  gefunden also. Butta und Buta bleiben ergebnislos. Bot führt zu zeitgemäßen Ergebnissen, nämlich Seiten zum Thema Bots. Murphy gibt diverse Ergebnisse und nicht nur die von mir erwarteten zu Murphys Law. Ich lerne, dass es z.B. auch Knolle Murphy gibt.

Ergebnis: FragFinn liefert bei einer genauen Suchabfrage auch genaue Ergebnisse. Sogar verschiedene, die die Frage unterschiedlich beantworten. Mit nur einem sehr allgemeinen Wort zu suchen, ist allerdings nicht so empfehlenswert.

Andere Suchbegriffe

Auch Frag Finn soll uns Ergebnisse zu den drei am häufigsten gesuchten Begriffen der DIJ Studie bringen. „Hund“, „Spiel“ und „Sex“ bringen alle mehr als die 50 dargestellten Ergebnisse. Hund taucht am häufigsten in Verbindung mit petakids.de auf, aber es gibt eine Vielzahl an verlinkten Seiten. Mit Hund frißt erfährt Kind mit der Hilfe von FragFinn auch tatsächlich etwas darüber, was Hunde fressen.

Spiel leitet zu verschiedenen Spieleseiten weiter, Sex bringt bei FragFINN auch einige Ergebnisse, mit denen jüngere Kinder vielleicht noch nicht so viel anfangen können. Da muß man schon genau gucken, was wirklich sinnvol ist.

Darstellung der Suchergebnisse

FragFINN Butter

Die Suchergebnisse werden groß untereinander aufgelistet. Links immer ein Bild, rechts erst eine Überschrift der Ergebnissseite, darunter ein Textauszug, in welchem die Suchwörter fett markiert sind. Unten drunter immer der Link.

Design und Aufteilung der Seite

Einfach, groß und klar strukturiert. Übersichtlich. Die Kinder-Startseite zeigt oben die Suche, darunter vier FragFINN interne Links. Mit „WebTipp“ hat Kind die Möglichkeit, die eigene Lieblingsseite zur Aufnahme bei FragFINN vorzuschlagen, im „Postfach“ darf man seine Meinung kundtun, FragFINN läßt sich einfach als Startseite festlegen und schließlich gibt es im „Problemlöser“ noch Tipps zur richtigen Suche. Kurz und einfach erklärt. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Benutzerfreundlich.

Was gibt es bei FragFINN außer der Suche?

Weiter gibt es bei Frag Finn noch in verschiedenen Kästen getrennt einen „Surftipp des Tages“, eine „Stöberecke“,   „Spielen“ (mit ausgewählten Vorschlägen), „Chatten“, eine Top 10 Liste mit Tipps für das Bundesland aus dem Kind sucht, es gibt Nachrichten und „Deine Frage an Finn“. Alles verlinkt zu externen, geprüften Seiten.

Für die Eltern gibt es extra Seiten, auch diese findet man schnell, sie ist direkt oben im Titel verlinkt. In der Eltern Info wird Eltern und Pädagogen Hintergrundwissen zu FragFinn e.V. vermittelt.

Ganz unten gibt es noch ein „Laufband“ mit den Förderern von „Ein Netz für Kinder“.

Besonderheit: Die FragFINN App

FragFINN App

Seit Anfang des Jahres 2013 gibt es FragFINN auch als App für Android und iOS. Mit FragFINN kann Kind somit also auch problemlos und einfach mobil suchen. Auch die App ist übersichtlich und intuitiv zu nutzen.

Wie lautet das Kinderurteil?

Positiv. FragFINN gefällt. Die Übersichtlichkeit macht das Suchen leicht. Töchterchen hatte sogar Lust zu suchen und war natürlich begeistert, als sie wirklich Ergebnisse bekam. Das Design ist absolut kindgerecht. Nichts verwirrt, alles ist klar strukturiert. Das gefällt auch dem Fräulein Tochter und sie gibt nicht sofort uf, sondern guckt sich noch ein wenig um.

Zusammenfassung

Die ist bei FragFINN einfach. Die Seite ist übersichtlich, die Suche findet man sofort. Egal, welches Alter der Suchende hat. Die Suche findet vieles, manchmal zu vieles. Da die Menge der angezeigten Ergebnisse eingeschränkt ist, ist es schade, dass unter den 50 Ergebnissen oft doppelte bzw. welche von den gleichen Seiten dabei sind. Da ist es gut, dass es die Problemlöser-Seite gibt, die Tipps gibt, eben auch den Tipp lieber mehr als nur einen Suchbegriff zu verwenden. Die App macht auch eine mobile Suche möglich, wobei die eher für die Eltern interessant sein dürfte. Allerdings sehe ich in meinem Umfeld, dass die Smartphone Nutzer immer jünger werden. Tochter ist zufrieden und fühlt sich nicht direkt überfordert. Die aufgeräumte Struktur bietet ihr die Möglichkeit, sich in Ruhe zurecht zu finden.

Abschließend die Links zu den anderen Beiträgen des NetLeben-Fokus Kindersuchmaschinen:

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