Melancholie

Zeichnung BankMelancholie. Sie sitzt mir heute im Nacken. Ganz fest. Ganz still. Heimlich hat sie sich angeschlichen. Mich nicht um Erlaubnis gefragt, ob ich sie bei mir aufnehmen möchte.
Die Melancholie kam auch nicht alleine. Sie hat eine tiefe Nachdenklichkeit mitgebracht. Zusammen sitzen sie jetzt auf meinen Schultern, in meinem Nacken und beobachten mich.
Aber sie stören mich nicht. Ob sie damit gerechnet haben, als sie beschlossen mich zu überfallen? Die Melancholie und die Nachdenklichkeit?

Ich trage sie viel lieber mit mir herum, als die Aggressivität, das Genervtsein, die Ungeduld, all diese Dinge, die mich die letzten Wochen im Griff hatten. Die mich meiner selbst beraubten.

Sie wurden heute unauffällig vertrieben von der Melancholie und ihrer Freundin der Nachdenklichkeit. Auch die Zwei hindern mich durch ihre Anwesenheit gerade daran, wieder von der Stelle zu kommen. Auch sie liessen mich heute nichts Konkretes schaffen. Aber die beiden haben etwas mitgebracht. Sie wollen mir noch nicht verraten, was es ist, aber sie tuscheln darüber. Ich glaube, ich mag sie, die Melancholie und die Nachdenklichkeit. Und ich lasse mich gerne überraschen, was sie zurücklassen, wenn sie wieder gehen.

Kommentare sind geschlossen.