#SoMM Blogparade: Faszination Social Media

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Social Media Icons

Bildquelle: Icons Aquaticus.Social by jwloh.

Seit dem 1. Mai läuft eine #SoMM Blogparade zum Thema Faszination Social Media. #SoMM? Der Hastag steht für den Social Media Manager Kurs des ILS bzw. der Fernakademie für Erwachsenenbildung. Einige Kursteilnehmer (ich war nicht darunter) kamen kürzlich auf die Idee einer Blogparade. Über das Thema #SoMMblog wurde auf den diversen Plattformen abgestimmt und Faszination Social Media hat gewonnen. Organisiert und den offiziellen Startartikel geschrieben hat Stef Bauske. Gut, da ich mir schon bei der Entscheidung für das Thema Gedanken gemacht habe, halte ich die hier fest.

Faszination Social Media. Hm. Finde ich Social Media faszinierend? Also ich, so ganz persönlich? Nicht wirklich. Social Media können aufregend sein, spannend, es gibt ständig Neues zu entdecken, man lernt immer neue Leute kennen und und und. Ja, Social Media bieten sehr viel. Aber faszinieren tut mich das Thema nicht. Das machen andere Dinge. Vielmehr gehört Social Media zum Alltag.

Ich blogge seit Anfang des Jahrhunderts (damals war das noch eine Web 1.0 Webseite), das ist ganz normal. Warum? Weil es mir Spaß macht. Ganz einfach. Das Internet ist Teil meines Lebens. In die sozialen Netzwerke habe ich mich öffentlich erst gewagt, als ich den Social Media Manager Kurs angefangen habe. Weil mir die Inhalte leicht fallen. Weil ich einen „Draht“ dazu habe. Mitgelesen habe ich an vielen Stellen schon, hier und da war ich auch angemeldet. Aber so ganz ohne Inhalt macht es eben nur halb so viel Spaß. Dieses private Geplapper in aller Öffentlichkeit war nicht so mein Ding. Inzwischen habe ich mich mehr oder weniger daran gewöhnt. Dennoch achte ich genau auf das, was ich in den Netzwerken von mir gebe.

Faszination? Auch wenn ich länger darüber nachdenke, nein, Faszination ist es für mich nicht. Social Media ist menschlich. Es ist schlicht eine Form mit anderen zu kommunizieren, es hilft in Zeiten, in denen sich alte Strukturen immer mehr auflösen. Ich bin weit weg von zu  Hause, habe ein Alter, in welchem man viele alte Bekannte aus den Augen verloren hat. Jetzt finde ich manche wieder. Das ist schön (in den meisten Fällen). Es macht Spaß. Ein wenig Nostalgie in der davonrennenden Zeit. Das passiert hautpsächlich auf Facebook, früher bei Stay Friends oder Wer kennt wen. Ja, bei den beiden Netzwerken war ich auch ganz früh dabei (mittlerweile aber der Menge wegen nicht mehr).

Es ist spannend neue Menschen kennenzulernen.

Meist nur online, aber so richtig aufregend wird es dann, wenn man sich mal offline trifft. Ich mag in diesem Zusammenhang auch Begriffe wie „reales“ oder „richtiges“ Leben nicht. Denn auch Social Media sind das reale und richtige Leben. Nur in einem anderen Umfeld. Ich bin offline eher menschenscheu, habe lieber meine Stille. Das heißt aber nicht, dass ich nicht kommunizieren kann oder will. Online mache ich das sehr gerne. Da kann ich mich auch in Menschenmengen aufhalten und ja, es macht mir sogar Spaß. Gerade bei Twitter mache ich das gerne. Aber auch dieser ganz große Unterschied zum sonstigen Leben fasziniert mich nicht. Es gefällt mir einfach. Es ist angenehm, mal nicht die Außenseiterin, sondern mitten drin zu sein. Mit Social Media geht das. Aber faszinierend finde ich auch das nicht.

Es gibt immer Neues. Neue Netzwerke, neue Plattformen, neue Tools etc. pp. Das ist was für mich. Es macht mir Spaß, immer Neues auszuprobieren. Überall reinzuschnuppern. Zu testen.Stundenlang könnte ich sowas machen, wenn mir die Zeit dafür bliebe.

Aber letztlich ist alles, das was in Sachen Social Media passiert, doch nur eine andere Form dessen, was es schon immer gab. Nur die Mittel und Wege sind andere geworden. Ja, es gibt neue Möglichkeiten. Vieles geschieht verdichtet, konzentrierter, schneller. Man kann seinen Fokus und die Art seiner Informationen (Filterbubbble) selber wählen. Aber konnte man das früher nicht auch? Es macht einen Unterschied, ob ich mich über Bildzeitung oder die SZ zum Beispiel informiere.
Heute ist man immer erreichbar. Ich kann quasi immer und überall kommunizieren. Mal schnell eine Facebook Nachricht, eine Twitter-DM gesendet. Früher hätte man vielleicht einen Brief per Post abgeschickt. Ja, manchmal muß ich mich zwingen, die ganzen Netzwerke mal abzuschalten. Weil ich eigentlich gerade gar nicht will. Aber mich daran gewöhnt habe. Ehrlich gesagt vermisse ich aber auch wenig, wenn ich mal offline bin.

Ich habe kurz überlegt, ob ich es faszinierend finde, wie öffentlich sich manche Menschen machen. Wie gedankenlos sie mit manchen Dingen (siehe zum Beispiel die Kinderfotos im Internet) umgehen. Aber, nein, ich staune nur darüber.

Nein, egal wie viele Aspekte ich hier auch noch hinzuziehe, wie viel ich auch noch schreibe: Eine Faszination kann ich bei Social Media für mich nicht finden. Ich beschäftige mich gerne damit, hätte gerne mehr Zeit, vieles gründlicher zu machen. Es gibt einige Momente in denen mich die Kommunikation richtig viel Spaß macht, es gibt genauso Situationen, in denen mich manches nervt. Ja, ich bin wieder am Anfang. Social Media gehören für mich dazu. Social Media sind einfach nur eine neuere, globalere Art des Zusammenlebens.

Ja, ich weiß, das hier einige Aspekte außen vor bleiben, wie zum Beispiel die Reichweite der Netzwerke in Sachen Shitstorm, bei diversen politischen Themen, beim arabischen Frühling. Aber so hoch wollte ich hier gar nicht greifen. Ich bin bewußt in meinem Social Media Alltag geblieben. Denn auch in größeren Dingen ist der Begriff „Faszination“ für mich nicht der richtige. Interessant, aufregend, spannend, informativ, und und und – aber eben nicht faszinierend. Für mich. 

Mal sehen, ob ich nach der re:publica das eine oder andere revidiere :-)

11 Kommentare

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  6. Liebe Anja, vielen Dank für deinen Beitrag. Das ist wirklich eine interessante Sicht auf das Thema und ich bin gespannt, ob sich das mit deiner Teilnahme an der rp13 noch ändert =).

  7. Liebe Anja,

    dein Artikel ist wirklich gelungen. Er hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Das Ergebnis deines Anstoßes und somit mein Beitrag zur #SoMM-Blogparade wurde soeben veröffentlicht.

    Ob ich ebenfalls ein Update oder einen neuen Artikel nach der re:publica schreibe, halte ich mir ebenfalls offen.

    Liebe Grüße
    Jasmin

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  9. Liebe Anja,

    danke für Deine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Du hast einige Argumente gebracht, über die ich so noch gar nicht nachgedacht habe. Aber das ist ja gerade das Positive daran auch andere Sichtweisen mitzubekommen und so über den Tellerrand zu schauen. Für mich ein sehr gelungener Artikel.

    Ciao Luigi

  10. Liebe Heike,

    schreib doch spontan :-) Finde ich persönlich jetzt. Denn gerade, wenn sich Deine Argumente nicht mit meinen decken, finde ich genau das interessant. Ich bin gespannt.
    Und nebenbei behalte ich mir vor, zum Beispiel nach der re:publica einen zweiten Beitrag zu #SoMMblog zu schreiben. Wenn ich vielleicht auch mehr von anderen zum Lesen und Überdenken gesehen habe.

    Liebe Grüße
    Anja

  11. Liebe Anja,

    ein sehr schöner, deutlicher Bericht, über deine Einschätzung von Social Media. Ich kann Deine Argumente sehr gut nachvollziehen, wenngleich sie sich nicht mit meinen persönlichen decken. Aber das ist ja auch gut so. Jedoch zwingt es mich auch gleichzeitig, meine spontanen Argumente nochmal zu überdenken und kritischer zu hinterfragen. Und versprochen, das werde ich, noch bevor ich meinen Beitrag zu dieser Blogparade fertigstelle – ob sich was ändern wird weiß ich nicht, aber Dein Beitrag hat mich sehr angesprochen und nachdenklich gemacht.

    Liebe Grüße
    Heike

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