Schlagwort: Alltag

Schweigen

Feder am OstseestrandIch war hier lange still. Ich weiß nicht, ob ich es auch bleibe. Das hatte – wie sagt man so schön – private Gründe. Keine schönen. Ein paar Jahre voller Erfahrungen, die wunderbar begannen und dann zum puren Irrsinn wurden. Immer, wenn man dachte, es geht nicht mehr irrer, kam es irrer. Und es bleibt absolut unfassbar. Wahnsinn. Vielleicht mache ich mal einen Roman daraus, der paßt dann aber in kein Genre… 

Ich habe hier „aus Gründen“ alles nicht fachliche oder sachliche auf privat gestellt, einzelne Beiträge mache ich langsam wieder öffentlich. Meine ersten Schritte zurück zum NetLeben haben mittlerweile stattgefunden, aber nicht hier, sondern Themenbezogen nebenan im Familienblog. Vielleicht habe ich eines Tages den Mut, auch das NetLeben wiederzubeleben. Neues Design, neue Inhalte? Im Moment lasse ich erstmal diese Statusmeldung hier stehen. 

Dafür habe ich heute keine Zeit

Morgensonnenschein am Waldesrand…aber ich mache es trotzdem!
So dachte ich heute Morgen. Das Kind machte sich als Seehund auf den Weg zur Schul-Faschingsfeier und draußen kündigte sich ein herrlicher Tag an. Es war noch frostig, die Wiesen noch weiß gefroren, aber die Sonne strahlte vom Himmel. Verlockend. Sehr verlockend. Ich mag die Morgenluft. In den letzten Jahren ist es selten geworden, dass ich gleich morgens rausgehe.

Warum eigentlich? Ja, das Pferd ist tot. Wann immer ich frei hatte, führte früher der erste Weg nach oben zum Stall. Seitdem die alte Oma nicht mehr lebt, ist immer etwas anderes wichtiger. Einkaufen. Putzen. So viele freie Tage in der Woche habe ich dann ja auch nicht.

Auch heute war mein Tagesplan voll. Hausputz stand an. Diverse Dinge mußten gelesen und durchgearbeitet werden. Texte wollten erdacht und getippt werden. Alles wichtig. Wie immer. Ich blickte sehnsuchtsvoll nach draußen. Endlich so ein richtig schöner Morgen mit Sonne, die Luft roch nach Frühling. „Du mußt heute viel schaffen, du hast nur den Vormittag“, mahnte es in meinem Kopf.

einsamer ZaunpfahlWas tat ich? Ich zeigte meinem Kopf und den Tagesplänen einen Vogel, suchte die dicken matschgeeigneten Stiefel hervor, zog mich an und ging los. Atmete die leicht frostige Luft ein. Dachte an den Hausputz. Verwarf das schlechte Gewissen und beschloß das einzig Gescheite: ein geputztes, ordentliches Haus ist lange nicht so wichtig, wie eine aufgeräumte Seele. Hausputz hilft eher selten bei letzterem.

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Notiz zum Fokus Kinderseiten

Fast zwei Monate ist es jetzt her, dass ich den NetLeben Fokus zu Internetseiten für Kinder angefangen habe. Leider blieb es bisher beim Anfang. Ich habe den Fokus nicht aus den Augen verloren, aber er setzt voraus, dass ich mich mit meiner Tochter gemeinsam mit denWebseiten beschäftige. Denn ohne Kinderurteil ist die Beurteilung einer Seite für Kinder wenig sinnvoll. Unsere gemeinsame Zeit ist aufgrund meiner Arbeitszeiten im Moment allerdings eher rar. Die wenige verbleibende Zeit, die wir wirklich unverplant miteinander haben, ist zu wertvoll um uns auf Zwang eines NetLeben-Fokus im Internet zu verbringen. 

Deswegen wird es nich etwas dauern, bis ich den Fokus fortsetzen kann. Derzeit sind hier Apps sehr gefragt, dazu wird es dann eher etwas hier geben. Denn so sehr ich auch eine Sache vernünftig zu Ende machen möchte, es gibt doch etwas, das sehr viel wichtiger ist: freie Zeit mit meiner Tochter.

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Meine Heimat heißt Zuhause

MIchel, von der Alster aus gesehenIch bin gerade zurück vom Urlaub zu Hause im Norden Deutschlands. Obwohl ich da wenig Bedarf am Online-sein hatte, bekam ich über Twitter dennoch etwas von der Blogparade von Katja Wenk mit der Frage: „Was ist Eure Heimat?“ mit.

Für mich als Hamburgerin in Hessen ein Dauerthema. Schon der Begriff „Heimat“ illustriert sehr deutlich, was ich in Hessen (wo ich wohne) und Rheinland-Pfalz (wo ich arbeite) nicht bin: Daheim. Aber eine Heimat habe ich auch nicht. Wie im ersten Satz geschrieben: Für mich heißt das „da bin ich zu Hause“ oder „Das ist mein Zuhause“.

Der Slogan des Radiosenders für den ich arbeite, führt es mir täglich vor Augen: „Da sind wir daheim“ – Ich bin genau das nicht. Daheim. Heimat. Das waren für mich 30 Jahre meines Lebens vollkommen fremde Worte. Ja, ich hatte sie mal gehört, es gab ja früher auch schon regionsübergreifende Medienformen. Aber für „uns in Hamburg“ gab es diese Begriffe nicht. Kein Mensch in meinem Umfeld hat sie jemals gebraucht. Denn wir waren in Hamburg einfach „zu Hause“.

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Und was kommt jetzt?

Wolken2012 ist vorbei. Es war für mich ein Jahr, in dem ich fast komplett auf mich verzichten mußte. Auf mich oder auf etwas, was man als eigenes Leben bezeichnen könnte. Dazu blieb keine Zeit. Dennoch war es kein schlechtes Jahr. Ein anstrengendes, ein überfülltes Jahr, die Tage stets zu kurz, vieles blieb liegen, ja. Aber insgesamt war 2012 rückblickend betrachtet eher harmlos. Denn es gab mal keine großen Katastrophen.
Für uns schon ein Highlight.
Trotzdem bin ich jetzt, Anfang 2013, reichlich erledigt. Warum? Nun, die Umstände hier sind nicht die einfachsten und die Probleme sind komplex und Ende letzten Jahres sind einige Dinge eskaliert. Dreh- und Angelpunkt ist meine Arbeit, die keinerlei Regelmäßigkeit bietet. Weder von den Tagen her (in meinem Job stehen da 7 in der Woche zur Verfügung), noch von der Uhrzeit. Dadurch bin ich an Arbeitstagen meist erst zu Hause, wenn Töchterchen schon ins Bett muß. Was das auf Dauer bedeutet, werden Eltern nachvollziehen können. Vor allem geschiedene, ohne jeglichen weiteren Familienanschluß in erreichbarer Nähe. Also ohne Offline-Netzwerk.

Deswegen begann ich 2012 meinen Fernkurs zum Social Media Manager. Davon war das Jahr dann geprägt. Jede freie (und auch nicht-freie) Minute investierte ich ins Lernen. Immer mal wieder mußte ich kurze Zwischenpausen einlegen, ständig tauchte auch hier im Blog die eine oder andere Meldung davon auf. Es war nicht immer möglich, alles unter einen Hut zu bekommen.

Ende des Jahres
überschlugen sich dann die Ereignisse. Früher als geplant beendete ich den #SoMM-Kurs. Am Ende hat man die Möglichkeit zwischen vier verschiedenen Wahlheften auszuwählen. Diese Wahl beinhaltet auch die Möglichkeit nur eines oder auch alle vier der Module (oder zwei, drei) zu bearbeiten. Ich wollte wenigstens zwei dieser vier Themen mit im Zeugnis stehen haben.
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Fundstück: Tiere sind keine Geschenke

Katze Zeichnung

Ich habe eben wirklich zufällig etwas wiedergefunden, an das ich in den letzten Tagen oft gedacht habe. Meine Deutsch-Rede aus dem Jahre 1986 zum Thema Tiere als Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

Es war kurz vor Weihnachten und als mein Kurs dazu verdonnert wurde, Reden zu schreiben und vor der versammelten Mannschaft vorzutragen, gab es einfach kein anderes Thema, welches mir in den Sinn kam. Weil es immer noch so passend ist, im folgenden der original Wortlaut (damals selbstverständlich noch in Schönschrift mit der Hand geschrieben)

Liebe Eltern,
liebe Tierfreunde,
liebe Zuhörer!

Es geht wieder einmal auf Weihnachten zu, draußen wird es kalt, die Tage werden kürzer. Vielleicht gibt es dieses Jahr wieder weiße Weihnachten. Diese Jahreszeit hat doch immer wieder etwas Besonderes. Vor allen Dingen für die Kinder ist Weihnachten immer wieder spannend, jedes Jahr sind sie auf’s neue aufgeregt. Meist ist die Vorfreude groß. Angefangen mit dem Adventskalender, dann kommen die Adventssonntage, den Kindern wird ganz deutlich, wie der Heilige Abend Tag für Tag näher rückt. Schließlich steht der Tannenbaum festlich geschmückt im Zimmer. Und plötzlich ist es soweit! Alles wird feierlich, bei vielen wird gesungen, oder es werden Gedichte aufgesagt. Für sehr viele der Kinder liegt das Besondere an Weihnachten in den Geschenken, die sie unter dem Tannenbaum erwarten. Schon lange vorher haben sie den Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben. Natürlich hoffen sie alle, daß ihre Wünsche erfüllt werden. Und welche Eltern möchten, als Weihnachtsmann verkleidet, ihren Kindern diese Wünsche nicht erfüllen?

Nun kommt der entscheidende Punkt, meine große Bitte an sie alle, die diese Wunschzettel in den Händen halten und eine Auswahl über die Geschenke treffen. Sehr, sehr oft finden sich auf diesen Wunschzetteln auch Tiere. Lebende Tiere! Weiterlesen

Der Rest von Hamburg: Hummelsbüttel

See im RaakmoorHummelsbüttel – auf nur wenige Stadtteile von Hamburg trifft die Bezeichnung des Aufrufs zur Stadtteilbericherstattung von Maximilian Buddenbohm „Der Rest von Hamburg“ so gut zu wie auf diesen nördlichen Stadtteil. „Hummelsbüttel? Wo bitte ist das denn?“. Das ist ein Satz, den man selbst in Hamburg oft hört, wenn man sagt, wo man wohnt. Obwohl das ehemalige Dorf mittlerweile 17.000 Einwohner zählt. Ich selbst habe mehr als mein halbes Leben dort verbracht. Mittlerweile wohne ich allerdings schon 12 Jahre nicht mehr in Hamburg, meine Sicht mag also einen leicht historischen Touch haben. Auch wenn ich jedes Jahr immer mal für ein paar Tage meine Mutter besuche.

Also, zurück zur Frage: Wo liegt Hummelsbüttel? Der Stadtteil, der selbst im Verkehrsfunk quasi nie genannt wird? Hummelsbüttel liegt ganz im Norden im Alstertal, zwischen Fuhlsbüttel, Langenhorn, Poppenbüttel und Norderstedt. Viele Pendler fahren täglich durch Hummelsbüttel, auf ihrem Weg von oder nach Norderstedt, Segeberg u.ä. Ja, und sonst? Was bietet Hummelsbüttel? Vieles und nichts. Dieser Stadtteil besticht durch Gegensätze. Man könnte sagen, er ist ein wenig schizophren. Auf der einen Seite wohnen hier Menschen mit viel Geld, die Immobilienpreise rauben mir schlicht den Atem. Auf der anderen Seite gibt es mit Lentersweg, Hummelsbütteler Markt und Tegelsbarg (der teilweise Poppenbüttel zugerechnet wird) einige Hochhaussiedlungen des sozialen Wohnungsbaus. Alle gebaut in den 1970er Jahren. Beide Seiten sind munter gemischt. Weiterlesen

Gedanken zu Tod und Trauer im Internet

Jörg Eisfeld-Reschke ist ziemlich hartnäckig dabei, für die ikosom Blogparade Tod und Trauer im Internet zu „werben“. Für mich eher ein No-Go Thema. Was ich ihm auch so kundtat. In den letzten Tagen formten sich dann aber doch ein paar Gedanken dazu in meinem Kopf. Weniger zu den Leitfragen, eher allgemein zum Umgang mit dem Tod im Internet. Ich treibe mich zum Beispiel noch nicht so lange auf facebook rum, ich wurde dort noch nicht mit einem Todesfall konfrontiert. Noch dazu hat die ARD nächste Woche die Themenwoche Leben mit dem Tod, ich bin zur Zeit also an mehreren Stellen mit dem Thema konfrontiert. 2010 war für mich ein Jahr mit vielen Todesfällen in der Familie, dem engeren und weiteren Bekanntenkreis, das wirkt immer noch nach.

Mit zweien dieser Todesfälle habe ich mich auch online auseinander gesetzt. Aus ganz verschiedenen Gründen. Weiterlesen

Multitasking heute

Ich habe viel zu tun. Zu viel. Auf dem Programm steht: Haushalt, einkaufen, Bügeln, Wildgarten bearbeiten, Kindergeburtstagsparty mit dem Motto Sterne und dazu passend eine Schatzsuche ausdenken. Papierkram aufarbeiten, meine Erkältung bekämpfen, Blogartikel für die Apfelwelten verfassen, hier was schreiben und Einsendeaufgabe des vierten Heftes für meinen Social Media Kurs. Der Vergleich der sozialen Netzwerke. Die letzten Tage war es schwierig. Mit dem iPad kann ich Google+ nur per App benutzen. In meiner erschwerten Arbeitsumgebung erhalte ich nur eine weiße Seite. Ich denke, Google+ will nicht mit Facebook und XING verglichen werden.
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Aus dem (Twitter-) Leben der Fernstudierenden

Ich sitze hier und sollte/ wollte/ müßte eigentlich dringend an meine vierte Einsendeaufgabe gehen. Heute ist der erste Tag seit Wochen, an dem ich mal wieder Zeit habe, etwas zu tun. Seit gut fünf Wochen hänge ich hinterher. Erst Urlaub zu Hause bei meinem Vater, gut, da habe ich wenigstens etwas getan. Aber dann kam ein voller Dienstplan. Teilweise mit sehr schönen Inhalten, vor allem aber zeitintensiv.
Wäsche waschen? Öhm, ja, manchmal hatte ich ja auch einen Tag frei. Kind versorgen? Ja, zum zur-Schule-schicken und ins-Bett-bringen war ich fast immer da. Einkaufen? Auch, irgendwie, irgendwas. Haushalt? Es gibt ja Nächte. Schlafen? Wenn es sich gar nicht vermeiden läßt. Lernen? – Lernen??? Ja gerne. Häppchenweise. In Mikrodosen. Eher Worte als Seiten durcharbeiten. Also eher sinnlos.
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