Schlagwort: Tweets

Twitter: Faven oder Retweeten?

Angeregt durch einen Tweet von @MikeSchnoor möchte ich ein Thema aufgreifen, welches mich in letzter Zeit in meinem Twitter-Leben auch irgendwie zunehmend beschäftigt.

Tweet von @MikeSchnoor. Favorite das neue Retweet?Er wirft die Frage in den Raum, ob #Favorite das neue #Retweet sei. Die Reaktionen auf diesen Tweet scheinen einig: Ja.

Ich erinnere mich, jetzt öfter mal etwas zu diesem Thema gelesen zu haben (und finde die Links natürlich nicht wieder). Vieles dreht sich dabei um die Grundsatzfrage: Was ist denn nun „besser“ für den Schreiber des Tweets? Was zeigt eher Anerkennung? Ein Favorite oder ein Retweet? Liegt mir in den Fingern, das jetzt mit der Frage zu verknüpfen was der Twitterer mit diesem Tweet beabsichtigt hat – wenn überhaupt. Es gibt so viele verschiedene Arten zu twittern, jeder macht es aus anderen Gründen. Jeder geht mit „seinem“ Twitter anders um, hat andere Grundlagen.

Gefühlt stimme ich Mike Schnoor unbedingt zu. Früher war mehr Retweet. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass der Klick auf „Favorisieren“ vielen leichter fällt und schneller von der Hand geht, als der auf „Retweet“.

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Mein erstes Mal: re:publica

#rp13 Wand aus PappkartonsNach vielem hin und her, ja, nein, vielleicht, oder doch nicht… habe ich es getan und bin nach Berlin gefahren. Zu meiner ersten re:publica. Aufgeregt war ich. Ich. Zwischen sovielen realen Menschen. Aber neugierig war ich auch. Und ich bin mehr als nur froh darüber, es gewagt zu haben.
Berichtet über ihre re:publica haben schon viele andere. Ich mache hier jetzt einen Rundumschlag aus Neulingsperspektive. Wohlgemerkt Neuling mit privatem Hintergrund. Ja, ich habe meinen Abschluß als Social Media Manager, arbeite aber nach wie vor als Tontechnikerin und erarbeite in meiner raren (meist nächtlichen) Freizeit ein Konzept bzw. Reputation für eine neue berufliche Zukunft. Aber das ist ein anderes Thema, es war letztlich private Neugier mit Berufsinteresse, was mich nach Berlin brachte.

Zunächst war ich froh, dass ich nicht so ganz allein ankam. Mein Zimmer teilte ich mir mit Bianka, wir kamen zusammen in Berlin an und stimmten uns auch direkt für den ersten Tag in unseren Sessions ab. Wohin gehen wir? Was machen wir überhaupt so kurz nach der Ankunft, wenn die meisten anderen schon länger vor Ort sind? Erstmal freuen, dass wir der frühen Schlangenwarterei entgangen waren. Wir konnten direkt unsere Armbänder, Taschen und Halsbänder mit Namen abholen und uns ins Getümmel stürzen.

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Twitterunterstützes Reisen mit Stillstand

Sony Xpreia Active AusschnittDie letzte Woche hatte es in sich. Ich war unterwegs im Leben anderswo, aber mit starker Bindung zum NetLeben. Zuerst zur re:publica in Berlin, danach dann mit Töchterchen nach Segeberg zu Opa. Letzteres machen wir immer 2-3 Mal im Jahr. Ersteres war neu für mich. In vielerlei Hinsicht. Was auch neu war auf beiden Reisen: Ich machte regen Gebrauch von meinem Smartphone (und meinem iPad). Während der re:publica ist das nicht weiter verwunderbar, drumherum jedoch schon.
Es begann morgens mit der Bahnfahrt. In verschiedenen „Gebrauchsanweisungen“ zur re:publica hatte ich gelesen, dass man unbedingt seinen Reisebeginn twittern müßte. Ich überlegte, ob ich das nun rein aus Prinzip auch machen würde. Und ertappte mich dann dabei, dass ich es schlicht deswegen tat, weil ich nichts mit mir anzufangen wußte, da auf dem Bahnsteig absolut nichts los war. Und weil der Bahnmitarbeiter, der mir einen Parkschein aushändigte, schon am frühen Morgen so guter Laune war.

(Hinweis zur Lesung der Screenshots: Sortiert von unten nach oben 🙂 )

Tweets bei Reiseantritt

Schließlich ging es los. Ich mit meinen diversen Eigenheiten, die alle gegen das Bahnfahren sprechen, saß nach dem Regionalexpress im ICE 374 von Frankfurt nach Berlin. Der erste Schock für mich Platzangstmensch: Der „Fensterplatz“ hatte nur wenige Zentimeter Fenster neben meiner Rückenlehne. Noch dazu war die Luft nicht als solche zu bezeichnen. Ich bekämpfte die aufkeimende Panik mit – genau – twittern.

Irgendwas auf dem iPad spielen, einfach ein Buch lesen – das half nicht. Ich fand überflüssig, was ich da twitterte, sagte mir, das interessiert doch keinen (außer @bb_wortgewandt, die in Göttingen neben mir Platz nehmen sollte). Dennoch twitterte ich, las aber vor allem intensiv, was andere so schrieben. Als es im ICE dann langsam kühler wurde, beruhigte ich mich auch ein wenig. Ich schaffte es, nicht an der nächsten Haltestelle panisch aus dem Zug zu springen. Heilfroh war ich, als ich die Twitter-Kommunikation durch eine mit einem direkten Gegenüber ersetzen konnte. Sonst hätte der Smartphone-Akku die Bahnfahrt nicht überstanden.

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Hier gestrandet: Blog Twitterstöckchen

Blog-Twitterstoeckchen TweetKürzlich warf Kristine Honig mir ein Blog-Twitterstöckchen zu. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht sonderlich gut im Fangen bin, also mußte ich erstmal ein paar Tage suchen, bis ich es aufgesammelt habe. Auf die Reise geschickt wurde das Stöckchen (was das ist, erklärt Kristine hier) von Ralph (Webpixelkonsum).

Nun sitz ich da und guck mir dieses Stöckchen an. Fragen zu meiner Twitternutzung. Uff. Die ist bei mir zur Zeit ja eher neben der Spur. Aber ich versuch es trotzdem mal.

Wer bist Du auf Twitter? Seit wann bist Du auf Twitter? Nutzt Du Twitter vorwiegend privat und/ oder beruflich?

Auf Twitter, wie auch in anderen Social Media Kanälen, findet man mich als @schreibmamsell.
Öffentlich treibe ich mich erst seit Februar 2012 bei Twitter rum. Mitlesen bei anderen mache ich schon viel länger. Aber selber mit einem „ernsthaften“ Account angemeldet habe ich mich erst mit Beginn meines Fernkurses zum Social Media Manager.

Ja und das mit der privaten und beruflichen Twitternutzung ist hier im Blog immer wieder Thema. Gut, bei meinem aktuellen Beruf fällt das Thema der „echten“ beruflichen Nutzung ohnehin flach. Von daher ist eigentlich alles, was ich twittere, als privat zu bezeichnen. Was zur nächsten Frage führt:

Zu welchen Themen veröffentlichst Du Deine Tweets?

Im privaten Getwitter gibt es Unterschiede. Zwischen wirklich privatem Blabla und inhaltlichen Themen wie zum Beispiel Kinder und Medien, auch Social Media gehört dazu. Wo der Schwerpunkt liegt, ist dabei variabel. Abhängig von der Zeit, die mir für inhaltliches bleibt. Was zur Zeit gerade mal wieder nicht all zu viel ist.

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Es ist wieder #ff

Twitter Timeline #ffJa, heute ist Freitag. Dass es auch noch Freitag der 13. ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Hier geht es nur um den Wochentag. Der jede Woche wiederkehrt. Bei Twitter gibt es am Freitag eine Besonderheit. Plötzlich ist die halbe Timeline voll mit #ff. „#ff?“ fragt da manch ein Neuling, was ist das? #ff steht für Follow Friday. Kurz und vereinfacht gesagt, gibt man mit diesem Hashtag an, wen man in der letzetn Woche ganz besonders gern mochte, oder wer einem besonders viele Informationen geliefert hat, oder sonstwas mehr oder eniger bemerkenswertes.

Ich stelle mir jeden Freitag wieder die Frage: Macht der Follow Friday noch Sinn? So inflationär wie er gebraucht wird? Sollte man ihn nicht lieber wieder aufwerten und seltener verwenden? Nur für besondere Anlässe?
Ist es nicht eine viel dauerhaftere Anerkennung eines Followers, wenn man seine Tweets retweetet oder favorisiert? Und zeugt es nicht viel mehr von Sympathie, wenn wir öfter mal dem anderen antworten? Sagen diese drei Dinge nicht viel mehr über die Twitter-Beziehung und den persönlichen Wert des Followers aus, als jeden Freitag x Tweets mit dem Hashtag #ff abzuschicken?

Ich frage mich jeden Freitag wieder, ob ich jetzt z.B. die ganze #SommClique mit einem #ff bedenken soll. Oder was ist, wenn ich nur einzelne herauspicke, mit denen in der Woche etwas mehr los war? Ich mag doch auch niemanden weglassen. Aber: Jede Woche die Gleichen, ist das noch ernst gemeint? Hat das noch Wert? Klar freut man sich, wenn man mit einem #ff bedacht wurde. Das ist die andere Seite. Aber kann man das noch ernst nehmen, wenn es zum Standard wird?
Ich glaube, ich werde mich in Zukunft mehr auf direktes Retweeten, Faven und Antworten verlegen und mir den Follow Friday sorgfältig einteilen. Damit er nicht mehr in der Masse untergeht und nicht Gefahr läuft, bei diversen Twitterern auf der Liste der geblockten Hashtags zu landen, weil er nur noch die Timeline verstopft. Das hat er nicht verdient. Und die Leute, denen man ein #ff schicken möchte erst recht nicht.

Denken in Tweets

Seitdem ich öfter mehr oder weniger Sinnvolles bei Twitter von mir gebe, merke ich, wie sich mein Denken ändert. In manchen Situationen, vorzugsweise welche, die meine Geduld strapazieren, fange ich an, die Gedanken als Tweet zu formulieren. Wie bekomme ich das in 140 Zeichen? Wie bringe ich es auf den Punkt? Ich feile an Wörtern, überlege, welche noch redundant sind, streiche, tausche aus… Die meisten dieser Gedanken-Tweets bleiben einfach bei mir im Kopf, nur wenige gelangen in die Öffentlichkeit.

Gerade heute Morgen war der Weg zur Arbeit ein eher mühseliger. Regen, Nebel, eklig, andere Autofahrer, die mich am Vorankommen hinderten. So gab es viele Gedanken-Tweets. Beispiele:
„Es ist ja okay, im dicken Nebel mit 45 die Landstraße langzuschnecken, aber wenn man wieder was sieht, könnte man doch…? Oder nicht?“
Ist bestimmt zu lang. Kürzungsmöglichkeiten?
„Im dicken Nebel mit 45 auf der Landstraße – okay. Aber wenn der weg ist könnte man den Fuß doch wieder von der Bremse nehmen, oder?“ Gefühlt auch nicht kürzer.
Also: „Im dicken Nebel mit 45 auf der Landstraße – okay. aber wenn man wieder was sieht, könnte man doch…? Oder nicht?“ Das könnte kurz genug sein und auch noch alles aussagen (in Wirklichkeit haben alle Möglichkeiten unter 140 Zeichen, aber das zähl ich im Kopf dann doch nicht nach).
Weiter rollen. „Ich würde gerne wieder an einem Ort wohnen, an dem keine Blinksteuer erhoben wird und ich vorher weiß wo andere langwollen“, gefolgt von „Finde die Fehler: Autobahn. Max erlaubt 60km/h. Blitzer. Fest installiert. Darf man also max 45 fahren.“ Mittlerweile habe ich knapp 20 km hinter mir, ich denke weiter in Tweets. „Grenze zum anderen Bundesland überschreiten hilft auch nicht. Es bleibt bei Bäh-Wetter.“
So, und wer hat nun meinen Arbeitsweg erkannt?

Ich mache mir beim Autofahren manchmal einen Sport daraus, Sätze auf gefühlte 140 Zeichen runter zu brechen. Damit bringe ich mich selbst davon ab, mich überflüssig aufzuregen. Irgendwie lenkt es das Gehirn um und entspannt. Ich sollte das Ganze vielleicht etwas intensiver nutzen, um mein Gehirn öfter mal in seine Schranken zu verweisen. Gedanken-Twitter als neuer Leistungssport? Als Therapie?