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Twitter: Faven oder Retweeten?

Angeregt durch einen Tweet von @MikeSchnoor möchte ich ein Thema aufgreifen, welches mich in letzter Zeit in meinem Twitter-Leben auch irgendwie zunehmend beschäftigt.

Tweet von @MikeSchnoor. Favorite das neue Retweet?Er wirft die Frage in den Raum, ob #Favorite das neue #Retweet sei. Die Reaktionen auf diesen Tweet scheinen einig: Ja.

Ich erinnere mich, jetzt öfter mal etwas zu diesem Thema gelesen zu haben (und finde die Links natürlich nicht wieder). Vieles dreht sich dabei um die Grundsatzfrage: Was ist denn nun „besser“ für den Schreiber des Tweets? Was zeigt eher Anerkennung? Ein Favorite oder ein Retweet? Liegt mir in den Fingern, das jetzt mit der Frage zu verknüpfen was der Twitterer mit diesem Tweet beabsichtigt hat – wenn überhaupt. Es gibt so viele verschiedene Arten zu twittern, jeder macht es aus anderen Gründen. Jeder geht mit „seinem“ Twitter anders um, hat andere Grundlagen.

Gefühlt stimme ich Mike Schnoor unbedingt zu. Früher war mehr Retweet. Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass der Klick auf „Favorisieren“ vielen leichter fällt und schneller von der Hand geht, als der auf „Retweet“.

Ja, manche Tweets werden so oft retweetet, dass sie einem regelrecht die Timeline „verstopfen“. Da halte ich selbst mich dann mit retweeten zurück, meist haben es zuvor Leute mit wesentlich größerer Reichweite als ich getan. Da kommt es mir dann lächerlich vor, auch noch mit auf den Zug aufzuspringen. Aber auch diese Einzel-Retweet-Fluten empfinde ich als stark rückgängig. Ich habe tatsächlich bei interessanten Tweets öfter mal auf die Details geklickt und den Eindruck bekommen, dass mittlerweile mehr gefaved als retweetet wird. [Update zur Klarstellung:Ich meinte hier die Tweets, die selbst in meiner Timeline direkt mind. 20 Mal nacheinander retweetet auftauchten. Aber auch das habe ich schon ewig nicht mehr.]

Was mir zur Zeit öfter durch den Kopf geht: Klar freue ich mich, wenn ein Tweet von mir jemandem ein Fav wert ist. Es gibt aber auch Tweets, sowohl von mir als auch von anderen, bei denen ich denke: „Ein Retweet wäre jetzt irgendwie schöner, treffender gewesen.“ Das gilt vor allem bei Tweets zu Blogposts oder anderen Inhalten. Bei Alltags-Bla-Tweets finde ich es ziemlich egal. Ja, ein Fav ist ein schönes Zeichen, bei Leuten wie mir, deren Netzwerk nicht so riesig ist, fällt das auch noch wirklich auf.
Aber wie gesagt: Oftmals wäre auch ein Retweet etwas Nettes. Um es mal so zu nennen. Denn wenn man ewig an einem Blogpost sitzt und dann findet den jemand gut, wäre es doch fein, wenn auch andere darauf aufmerksam würden, oder? Ich denke, das geht einigen so. Ja, kaum jemand bloggt, um damit Geld zu verdienen, nicht alle wollen die Riesen-Reichweite und Aufmerksamkeit, manch einer macht es einfach zum Spaß. Aber jeder von uns investiert Zeit ins Bloggen, Arbeit, Gedanken usw. Ihr versteht, was ich sagen will?

Tweets zu eigenen Blogposts dienen hier nur als ein Beispiel, es gibt viele Arten von Tweets, die es verdienen, weiter verbreitet zu werden. Und wie verbreitet man etwas? Letztlich doch eher mit Retweets. Denn mal ehrlich: Wie oft stöbert Ihr in den Favorites von Euren Followern? Ein Retweet dagegen taucht automatisch in der Timeline auf, den sieht dann jeder. Was macht die sozialen Netzwerke unter anderem  nochmal aus? Genau, das Teilen.

Ich selber war immer ziemlich sparsam mit faven. Ich habe nur gefaved, wenn ich etwas wirklich aufhebenswert fand. In letzter Zeit hat sich mein Verhalten da etwas verändert. Ich klicke lockerer auf den Favorisieren-Knopf. Nutze es manchmal eher als „Like“. Aber das ist gar nicht der Hauptgrund. Warum ich derzeit eher fave, hat rein praktische Gründe. Oftmals registriere ich einen Tweet, der einen interessanten Link enthält, kann aber gerade nicht nachlesen. Früher landete das dann bei Pocket. Das tut es jetzt auch noch. Aber an manchen Orten habe ich später keinen Zugriff auf mein Pocket, aber eventuell die Chance, den Link nachzulesen. Also wird der entsprechende Tweet gefaved. Intensiv habe ich das rund um die re:publica betrieben. Da ich nichts retweete, wovon ich den enthaltenen Link nicht zuvor mindestens überflogen habe, bin ich zur Zeit also auch eher der Fav-Typ. Bis ich zum Nachlesen komme, ich das Thema oftmals schon bis zum Umfallen durch Twitter getrieben worden. Denn das kann durchaus erst mal ein paar Tage später sein. Tatsächlich ist das etwas, das mir beim Favorisieren mancher Tweets im Moment oft durch den Kopf geht.

Was mir @MikeSchnoor mit seinem Tweet deutlich gemacht hat: Zumindest empfinde nicht nur ich es so, als sei #Favorite gegenüber #Retweet im Vormarsch. Und ich frage mich, ob mir dieser (nicht belegte) Trend gefällt. Wobei ich die Antwort direkt geben kann: Nein, es gefällt mir nicht. Auch in meinem eigenen Verhalten nicht. Ich möchte diesen Trend (wenn es ihn denn wirklich gibt) nicht mitmachen.

[Noch ein Update: Astrid Christofori hat das Ganze gerade sehr treffend auf den Punkt gebracht: Das virtuelle Schulterklopfen]

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6 Kommentare zu “Twitter: Faven oder Retweeten?

  1. Pingback: In https://plus.google.com/u/0/+KristianKhntopp/posts/3dJxYikSm3w I referenced… | Die wunderbare Welt von Isotopp

  2. Pingback: Tumbleweed? or What do you want from Google plus? | Die wunderbare Welt von Isotopp

  3. Pingback: Lang lebe Retweet, zur Hölle mit Favorite! | Mike Schnoor

  4. Pingback: Das virtuelle Schulterklopfen …… | Astrids Social Media Tagebuch

  5. Ich benutze beides meist im Doppelpack. Favs alleine nur, wenn’s zum Beispiel eine Mention ist, oder ich es einfach unterhaltsam finde, aber nicht unbedingt weiter von Belang. Reine Retweets bei „Hilfe-Ersuchen“.
    Ansonsten verwende ich wirklich beides im Doppelpack. Wobei ich mich persönlich auch dabei erwische, wenn ein Tweet von mir retweeted wird, das ich denke „Och, menno. Den hättest du aber auch faven können.“ Wenn dann aber die Retweet-Welle anrollt, ist das auch okay.

    Aber es ist schon richtig. Das Retweeten ist seit dem Native-Retweet weniger geworden. Das alter „RT @username Text“ führte bei einem Fav ja zu einem Fav beim Retweeter. Beim Native-RT bekommt der Autor den Fav. Das könnte einer der Gründe sein, warum das Retweeten wegfällt und nur noch gefaved wird und der RT langsam schwindet.

    Beobachtet das mal… Es gibt immer noch User, die das alte Retweeten nutzen. Weil der Fav dann auf ihr Konto geht. Oftmals sind es die User, die gerne auf ihren Followerzahlen und #ff Empfehlungszahlen rumreiten. Glamypunx ist so ein Paradebeispiel. Der Fav geht auf deren Konto, ein RT auch, wenn man sich nicht die Mühe macht, den Original-Tweet zu suchen und zu retweeten.

    Ganz einfaches Prinzip also: Fame auf Kosten anderer.

    just my 2 cents

  6. Sowohl Mike als auch du sprecht da etwas aus, das ich auch vor ein paar Monaten schonmal bei Twitter erwähnte. Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass immer häufiger favorisiert wird.
    Ich verwende dies auch oftmals als „Like“, retweete aber dennoch zumindest Blogartikel meistens weiter.
    Oft erhalte ich Favs, wo ich dann da sitze und denke, Retweet wär schöner gewesen. Insbesondere, wenn dieses von jemanden kommt, bei dem ich denke, dass es seine Follower ebenfalls interessieren könnte.
    Ich habe noch nie bei Twitter in den Favoriten gestöbert, sodass da wahrscheinlich tolle Dinge an mir vorüberziehen.
    Deshalb: Danke für deinen Beitrag!

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