Über NetLeben

Netleben. Was ist das, bitte, für ein Name für ein Blog, eine Webseite? Wie kommt man auf sowas? Meine (wer ich bin) erste Idee war es, die Seite Versuchslabor zu nennen. Weil ich sie für Versuche rund um html, css, Blogsoftware oder irgendetwas in der Richtung benutzen wollte (wenn ich Zeit habe…). Aber erstens ist Versuchslabor mit den meisten Top Level Domains schon vergeben und zweitens gefiel mir die negative Doppeldeutigkeit des Begriffes nicht. Nach einigen anderen Ideen kam ich dann auf Netleben.

Netleben. Ja, das spiegelt einen der Hintergründe für meinen Entschluß, überhaupt eine neue Domain zu wollen, wider. Und es paßt zu dem, was mir derzeit an Sprache, Sprachgebrauch, schriftlicher „Darstellung“ überall begegnet. Genauso wie es in jeder seiner möglichen Bedeutungen zu meiner derzeitigen Lebenssituation paßt.

Net“. Ist das Wort im Sinne von „Internet“ eigentlich schon als eigenständiger Begriff in die deutsche Sprache eingegangen?

Oder ist Netleben nur eine weitere Form der Vermischung aus englischen und deutschen Wörtern? Ein erfundenes Wort? Eines, welches es gar nicht geben dürfte? Weil es irgendwie wehtut? Netleben als Netzleben. Als Leben im Netz. Also nicht das wirkliche, reale Leben. Wobei das Internet zweifelsohne heutzutage ein Teil des Lebens ist. Aber wie lebt im man im „Net“?

Net“ ist aber auch ein Wort, das hier in der Gegend in der ich (zwangsweise) wohne verwendet wird, wenn die Leute „nicht“ meinen. Dialekt also. Netleben hieße dann also „nicht Leben“. Trifft irgendwie auch für mich zu. Oder noch mehr in dieses eine Wort Netleben gepackt: Nicht Leben im Internet (oder so etwas in der Art).

NetLeben“ ist wieder mal eine Form der mehr oder weniger sinnfreien Vermischung der Groß- und Kleinschreibung. Hier angewendet, weil das Wort netleben so viele Bedeutungen haben kann. Und auch getrennt stehen könnte. Oder eben auch ein Wort ist. „Ich weiß nicht, was ich will“ könnte es in dieser Schreibform also auch ausdrücken.

Net leben“ könnte so aber auch von meiner im Sommer 2011 eingeschulten Tochter geschrieben worden sein. Schließlich lernt die auf eine mir äußerst suspekte Art und Weise schreiben (was wieder ein ganzes Thema für sich ist). „net“ in dem Falle nicht etwa, weil sie hier im Kindergarten und in der Schule den hessischen Dialekt lernt und „nicht“ meint. Nein, in diesem Falle stünde „net“ als „nett“. Schreiben, wie die Kinder es hören. Das hat mit Rechtschreibung zunächst mal rein gar nichts gemeinsam (ich wundere mich nicht mehr über Fünftklässler, bei denen man immer noch viel Fantasie braucht, um ein Wort zu entziffern).

Netleben also als nett Leben. Gut Leben, nettes Leben. Groß- und Kleinschreibung lernen die Kinder natürlich auch noch nicht in ihrer korrekten Anwendung, genauso wenig, wie sie am Anfang verstehen, dass man Worte von einander trennt, wenn man sie aufschreibt. Da werden dann ganze Sätze ohne Lücke in munterer Mischung geschrieben. Ja, „NetLeben“ könnte genauso „Nett Leben“ heißen.

NetLeben erschien mir also letztendlich – so verkehrt es auch ist – als absolut richtig und wurde registriert.

(Und von mir in diesem Artikel mit Absicht mal netleben, Netleben, netLeben, oder auch NetLeben geschrieben).

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