Und weg war sie

Möwen über der Helgoländer DüneDie Sommerferien sind vorbei. Für mich boten sie zweimal zwei Wochen ganz unterschiedlicher Erholung. Zwei Wochen ohne Kind mit Arbeit und zwei Wochen mit Kind ohne Arbeit. Letztere mit Urlaub zu Hause in Norddeutschland und ein paar Tagen auf Helgoland. Gut hat es getan, vor allem die Tage auf der Insel. Darüber wollte ich auch noch schreiben. Am liebsten direkt mit frischen Eindrücken. Helgoland hat mich definitiv schwer beeindruckt, zumal wir mit traumhaftem Wetter verwöhnt wurden. 

Doch kaum waren wir zurück in Taunusstein, war die Erholung schlagartig wie weggeblasen. Nicht, weil der Urlaub vorbei war, sondern weil das Leben mit allerlei kleineren und größeren Gemeinheiten zuschlug.
Die Waschmaschine, die schon vor dem Urlaub gezickt hatte, segnete das Zeitliche, mußte ersetzt werden. Die wundervolle (?) Wärmepumpe macht mal wieder Ärger, es gab kein warmes Wasser mehr. Ein Wasserrohr fiel auseinander. Die Easytronic vom Auto schaltet nicht mehr zuverlässig. Nur um mal die großen Ereignisse hier aufzuzählen. Was mich dazu veranlaßte, zu twittern:

Tweet darüber, dass alles kaputt geht.Tja, hätte ich vielleicht besser gelassen. Es sprang auf Lebewesen, nämlich auf Töchterchen über, die aus dem Nichts eine unschöne Entzündung am Bein bekam. Formulieren wir es mal so. Es macht uns immer noch Sorgen und wird uns auch noch eine (hoffentlich kurze) Weile beschäftigen.

Seit zwei Wochen habe ich mal wieder eine Phase, in der, egal wo ich hinkomme, irgendetwas kaputtgeht. Ich bin froh, dass es zum Teil zwar kostspielige Dinge sind, aber bis auf die Stelle an Tochters Bein nichts schlimmeres. Dennoch kostet alles außer Geld auch Zeit und vor allem Nerven. Jede Urlaubs-Erholung ist wie weggeblasen. Vom Winde verweht. Ich schalte auf Trotz:

Trotz-TweetIch schwanke zwischen Verzweiflung, Trotz und Galgenhumor. Während meines Urlaubs bekam ich eine interessante Stellenausschreibung zugeschickt. So interessant für mich, dass es mir endlich den Antrieb gab, mich auch zu bewerben. Trotz aller begründeten Bedenken und Vorbehalte. Tja, nur leider überschlugen sich die Aufregungen hier dermaßen, dass ich erst am vorletzten Tag der Bewerbungsfrist dazu kam, mich wirklich mit meiner Bewerbung zu beschäftigen. Vieles andere (wie ein paar Blogartikel) blieb ganz liegen. War auch nicht mehr wichtig. Meine aus Hamburg mitgebrachte Vergangenheit muß aussortiert werden, aber die wartet auch noch länger in Kisten und Koffern ohne zu murren. Schließlich hatte ich sie schon vor 13 Jahren (vorübergehend) zurückgelassen.

Was mir dann wirklich ein wenig unheimlich wurde, war ein Abendspaziergang. Tochter war zur Übernachtungsparty, ich hatte frei, wollte einen kurzen Spaziergang den Berg hoch machen. Und was sehe ich?

Apfelbaum im Sonnenuntergang

Apfelbaum mit gebrochenem Ast„Meinen“ Apfelbaum, den ich hier oben im Titelbild habe, hat es auch erwischt. Ein Ast ist abgebrochen, hängt herunter. Das paßt zu meinem derzeitigen Leben, aber was kann der arme Baum dafür?

Dennoch, das, was ich immer wieder denke, auch wenn ich manchmal nicht mehr daran glauben mag, sitzt auch jetzt ganz tief in mir: Alles wird gut. Irgendwann. Ich hoffe nur, dass jetzt erstmal genug ist, mit den unschönen Überraschungen. Ich wäre bereit für ein positives Ereignis.

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