Verzweifelte Suche nach einer Lern App

Ich habe mir ein iPad gekauft. Nun suche ich nach Apps. Aber nicht nach irgendwelchen. Ich suche nach Apps für meine 7jährige Tochter. Aber auch da nicht nach irgendwelchen. Ich suche gezielt. Sofern gezielt im App Store überhaupt möglich ist. Ist ja auch eher ein schlechter Witz, die Suche da.
Was ich suche? Eigentlich was einfaches. Eine App zum Lernen, eine Bildungsapp für Grundschüler. Mit Deutsch und/ oder Mathe für die 1. Klasse. Kann doch nicht so schwer sein, dachte ich.

Nein, mein Kind muß nicht unbedingt am Computer, respektive iPad hocken. Sie darf auch gerne rausgehen, spielen, mit Stift und Zettel lernen. Sehr gerne. Aber es ist nun mal Fakt, dass iPad und Co. heute zum Alltag gehören. Dass Kinder damit groß werden. Ich suche auch nicht nach einfachen Beschäftigungs-Therapie-ich-habe-keine-Lust-mich-um-mein-Kind-zu-kümmern-Apps. Davon gibt es genug. Auch genug Schrott. Schon für die ganz Kleinen. Das will ich aber nicht. Gratis-Apps mit gut platzierter Werbung zum Draufklicken für Kinder und insgesamt eher schlechter Machart.

Nein, ich möchte gerne eine durchdachte, vernünftige App, passend zu dem, wie die Kinder in der Schule lernen. Dafür bin ich sogar bereit zu bezahlen. Allerdings muß ich sagen: Dafür wäre ich sogar bereit zu bezahlen. Denn ich habe nichts gefunden. Alles was gratis zum Testen mit inApp-Kauf-Link für mehrere Funktionen auf unserem iPad gelandet ist, hat da nicht lange überlebt. Es gefiel mir nicht, dem Papa nicht und meiner Tochter auch nicht.

Wenn es ums Lesenlernen geht, was haben dabei so wenig Deutsch auszusprechende Wörter wie „Computer“ zu suchen? Die weiteren Begriffe habe ich direkt verdrängt, die waren noch absurder zum Lesenlernen.
Tivolas „Lernerfolg Grundschule“ kommt in der kostenlosen Version im Bereich Mathe 1. Klasse noch ganz gut an, wird auch mal gespielt. Deutsch dagegen fällt komplett durch. Da kaufe ich keine Vollversion, wenn schon der Test nicht wirklich überzeugt. Mathe vielleicht, Deutsch ganz sicher nicht.
Aber damit ist die ernstzunehmende Auswahl auch schon wieder vorbei.
Warum?

Was ist mit den Schulbuchverlagen zum Beispiel? Wie wäre es mit einer App passend zu den Unterrichtsmaterialien?
Langenscheidt macht mit Hexe Huckla gute Englisch-Apps. Sowas wäre schön auch für Deutsch und Mathe zu haben.
Was ist mit Haba oder Ravensburger, die so viele wirklich gute Brettspiele für Kinder auch zum Lernen anbieten? Traut man sich nicht an deren interaktive Umsetzung? Will man sie nicht? Ist es zu kostspielig? Oder erkennt einfach keiner, dass es dafür einen Markt gibt? Dass Bedarf da ist?
Wobei Ravensburger ja mit den Augmented Reality Puzzles den Weg eingeschlagen hat.

Es ist mir wirklich nicht gelungen auch nur eine einzige akzeptable App gerade für Deutsch 1. Klasse zu finden. Wer eine kennt: Sagt es mir, unten ist eine Kommentarfunktion.
In Englisch gibt es viele Apps, auf Deutsch keine. Schade eigentlich.

Ist es so schwer, eine App zu entwickeln? Oder will keiner? Hat keiner eine Idee? Ich schon. Da fällt mir vieles ein. Passend zu dem, was die Kinder in der Schule lernen. Leider kann ich keine Apps programmieren. Aber nach dem, was ich im App Store für iPad (oder auch iPhone) gefunden habe, würde ich gerne App Entwicklung lernen. Nur um meiner Tochter eine zur Verfügung stellen zu können.
Ich wüßte ziemlich genau, wie die aussehen würde, was passieren würde, wie die Aufgaben wären. Offline denke ich mir jedes Wochenende Feen-Rallyes aus. Mit Deutsch und Mathe-Aufgaben, passend zum Unterricht.

Warum ich unbedingt eine App will? Weil das iPad da ist. Weil die Kinder lernen müssen, mit den „neuen Medien“ im Allgemeinen umzugehen. Weil es zu ihrem Alltag gehören wird. Weil ich das sinnvoll gestalten möchte. Sinnvoll heißt für mich nicht, wahllos im Internet irgendwelche Spielseiten anzusurfen oder irgendwelche Daddel-Apps runterzuladen. Weil wir öfter mal 500 km auf der Autobahn unterwegs sind und klassische Spiele da eher schlecht zu spielen sind.

Ja und dann will ich so eine App noch, weil ich eine Tochter habe, die das auch will. Die Lernen will, der es Spaß macht. Die eben jedes Wochenende ihre Feen-Rallye von mir fordert. Die beleidigt ist, wenn die Aufgaben zu leicht sind. Eine Tochter, die Ferien haßt „weil man da nichts lernt“. Ich möchte ihre Lernbereitschaft, ihren Willen fördern, auch ohne ständig neues Papier zu verbrauchen, ohne immer und immer wieder Ideen auf Knopfdruck parat haben zu müssen. Ich möchte ihr das auch auf Wegen geben, die ihre Freundinnen so oder anders (Playstation und Co.) schon ewig haben. Wobei das dann auch weniger zum Lernen dient.

Ich möchte doch nur eine sinnvolle App unterstützend für den Unterricht in der 1. Klasse. Es gibt mehr als genug Kinder, deren Eltern ein iPad oder ein iPhone haben. Wirklich. Es ist Zeit, dass auch hier etwas entwickelt wird. Es reizt die Kinder, das iPad zu benutzen, das ist einfach eine Chance, sie auch in Sachen Schule zu unterstützen. Nicht alle wollen Lernen, aber fast alle sind neugierig Computer und Co. zu benutzen. Auf diesem Wege ließe sich auch lernschwachen oder -desinteressierten Kindern vieles vermitteln.

5 Kommentare

  1. Für alle mit Kindern die das Einmleins richtig lernen sollten:

    Webseite: http://www.lernenmitleo.ch

    Anders als die meisten Lern-Apps zum Thema Einmaleins, welche sich fast ausschliesslich aufs simple Prüfen der Rechenfähigkeiten der Kinder beschränken, geht die App „Einmaleins -Lernen mit Leo“ einen Schritt weiter und bringt den Kindern das Einmaleins auch bei.

    Sehr schön gestaltet mit coolem Spiele-Modus und vielen Einstellungsmöglichkeiten. Durch das spezielle Lernsystem welches Sehen, Zuhören und Sprechen verbindet, lernen die Kinder sehr schnell. Probieren Sie es einfach aus. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden:

    Apple Store: https://itunes.apple.com/ch/app/multiplications-learn-leo/id1104769468
    Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.ahsolutions.inappbilling
    Facebook: https://www.facebook.com/Learn-with-Leo-712163408926319

  2. Hallo Anja,

    hast Du Dir schon mal die Apps von Zuuka angeschaut? Die coden Apps speziell für Kinder. Ob da nun auch solche bei sind, wie von Dir gesucht, weiß ich nicht, aber einen Versuch wäre es mal wert.
    Viel Erfolg

  3. Gestern drüber gestolpert: die App von LÜK soll super sein! Kennste? LÜK? Diese Lernkästen mit Selbstkontrolle? Gibt’s ne App zu (http://www.luek.de/luek_app.xtp) – angeblich sehr gut umgesetzt. Musste ich an dich denken, als ich drüber stolperte und dachte, ich geb’s einfach mal weiter. (Ist „nur“ Grundschule, hat sich für uns also schon fast erledigt…)

    LG,
    Bianka

  4. Lehrerseitig haben wir da Glück. Frau Klassenlehrerin bat beim ersten Elternabend darum, uns per Mail auf dem Laufenden halten zu dürfen. Für die meisten Eltern klappt das sogar. Mittlerweile haben glaube ich alle begriffen, dass man, wenn man ja sagt, auch in die Mails gucken muß, weil Frau Lehrerin das tatsächlich umsetzt.
    Dadurch sind wir immer gut informiert.
    Auch fiel beim letzten Elternabend (1. Klasse!) mehrfach das Wort „Internet-Recherche“ und in der Schule gibt es sogar Lehrer, die sich mit Internet und so auskennen. Ja, die kümmern sich darum und haben neue Medien (soweit bei einer Regelschule überhaupt möglich) im Blick. 2 PCs stehen bei uns auch in der Klasse.

    An dem App-Thema arbeite ich noch. Da sollte bei apfelwelten.de (oder hier?) noch eine eigene Rubrik draus werden. Hängt aber mal wieder im Zeitmangel fest.

  5. Hach, da sprichst du ein Thema an, das mich auch interessiert. Warum werden in Schulen so wenige neue Medien verwendet? Wenn man Glück hat, gibt es einen einigermassen ausgestatteten PC-Raum. Wenn man Glück hat… NOCH neuere Medien sind da echt mehr als nur Mangelware. Die wenigsten Lehrer lassen sich auf Kommunikation per Mail ein – und die meisten Eltern stehen damit auf Lehrerseite! Wie oft schon hat unsere Elternsprecherin am Gymnasium vorgeschlagen, Dinge per Mailingliste zu verschicken und wie oft kam dann der Einwand, man schaue doch nie in die Mailbox… *argh* Woher sollen denn die Kinder lernen, wie man sowas bedient, wenn die Alten es nicht vormachen? Man muss ja auch nicht permanent online sein, aber etwas weniger staubige Steinzeittechnik in den Klassenzimmern fände ich auch wünschenswert.
    Und dann wird man noch „ausgebremst“, wenn man seinen Kindern privat all diese neuen Möglichkeiten zeigen und erklären will und ihnen helfen, einen sinnvollen Umgang damit zu lernen. Ja, ne, nicht jeder hat/will ein iPad oder Smartphone oder sonstwas, versteh ich ja, aber für die, die es haben und wollen und deren Kinder damit lernen dürfen und sollen, weil es nun mal da ist….
    Ach, da könnte ich ja einen eigenen Blogeintrag draus machen, so viel wird das Lamentieren hier. Wir arbeiten in der Grundschule auch noch mit Overheadprojektoren. Kennt die noch jemand aus seiner eigenen Schulzeit? Ja? Ich auch! Ich hab an einer Schule das Glück, dass in den Zimmern der Dritten und Vierten immerhin 2 PCs stehen, an denen die Kinder auch in der Freiarbeit selbstständig arbeiten dürfen. Mehr ist wohl nicht drin, mehr darf man wohl nicht erwarten. Ist das nicht traurig?
    Nein, einen Tipp zu einem iPad-Lernprogramm hab ich derzeit auch nicht. Ich habe nicht wirklich danach gesucht und von den Schulbuchverlagen… *hust* Vom Gefühl her standen die auf der didacta letztes Jahr selber noch wie die Eichhörnchen vor solchen Sachen wie Smartboards… Wie sollen die da auf die Idee kommen, Apps zu ihren Büchern zu programmieren? Braucht doch keiner! Und da jedes Bundesland andere Bücher nutzt und jede Schule aus der riesigen vorgeschriebenen Auswahl sich nochmal eigene rausfischt, ist das wohl ein fass ohne Boden. Schade, ich fände es auch klasse, wenn es zumindest mal die Workbooks oder sowas auch als App gäbe. Aber, was will man machen?
    Sorry, ist lang geworden, aber das ist echt ein Thema, das mich schon lange beschäftigt und nervt…